Ihr Suchbegriff
Wie Muslime mal Christen vor dem Tod bewahrt haben
Bildquelle Pixabay

Wie Muslime mal Christen vor dem Tod bewahrt haben

Ein Beitrag von

Helwig Wegner-Nord,

Evangelischer Pfarrer, Frankfurt

Kenia, Ostafrika. Terroristen einer islamistischen Miliz stoppen mit Schüssen einen Reisebus. Alle 62 Fahrgäste müssen aussteigen. Dann fordern die Islamisten diejenigen, die keine Christen sind, auf, wieder in den Bus einzusteigen. Die Christen sollen vor dem Bus stehen bleiben. Offensichtlich sollen sie erschossen werden.

Aber der Plan der Terroristen geht nicht auf. Denn – so steht es in der Zeitung – die muslimischen Fahrgäste weigern sich einfach, mitzuspielen. Sie gehen nicht in den Bus zurück. Sie stellen sich vor die Christen und sagen: „Entweder ihr tötet uns alle, also auch uns – oder ihr verschwindet!“ Das war zu viel für die Islamistische Gruppe. Sie hat sich zurückgezogen.

Diese Geschichte erzählt von Zivilcourage. Und von dem möglichen Widerstand gegen Gewalt. Aber sie erzählt auch davon, was in einer Sure des Koran steht. Da heißt es: „Wenn jemand einen Menschen tötet, … so ist’s, als töte er die Menschen allesamt. Wenn aber jemand einem Menschen das Leben bewahrt, so ist’s als würde er das Leben aller Menschen bewahren.“

Was sich da im Norden Kenias abgespielt hat und wie sich die Muslime dort verhalten haben, wirft ein anderes Licht auf den Islam, als wir es gewohnt sind. Wir hören ständig von den schrecklichen Gewalttaten des IS, von Terror, Anschlägen und Morden – die ja immer unter Berufung auf den Koran und den angeblichen Willen Allahs verübt werden.

Dabei gerät das andere, das friedliche Gesicht dieser Religion aus dem Blick. In einer Religion kann ich ja immer Verschiedenes finden. Das gilt fürs Christentum, für die jüdische Religion und auch für den Islam. Neben Zorn und Hass und der Verachtung der Feinde ist da jeweils auch von Liebe und Verzeihen zu lesen, von einem Gott, der das menschliche Leben schützt und bewahrt.

Menschen sind es, die das eine oder das andere Gesicht ihrer Religion in ihrem Glauben und ihrem Tun stark machen. Die Geschichte vom Bus in Kenia und seinen muslimischen Fahrgästen erzählt davon, wie das geht. Da haben mutige Menschen die liebende Seite Gottes aufscheinen lassen.

Weitere Themen

Das könnte Sie auch interessieren