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Was für ein Vertrauen!
Bild: Pixabay

Was für ein Vertrauen!

Andrea Maschke
Ein Beitrag von

Andrea Maschke,

Katholische Pastoralreferentin in Bad Homburg / Friedrichsdorf
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Heute machen sich viele Leute auf die Reise nach Dortmund. Dort beginnt nämlich der Evangelische Kirchentag. Bis Sonntag werden viele Menschen, evangelische Christen, aber nicht nur, zusammen diskutieren, beten und feiern. Das alles steht unter einem Motto, einer sogenannten Losung. Die lautet dieses Jahr: „Was für ein Vertrauen“.

Was für ein Vertrauen. Geht es um das Vertrauen der vielen Gastgeber, die ihre Häuser mit großartiger Selbstverständlichkeit öffnen für die Unbekannten?

Oder das Vertrauen der Veranstalter darauf, dass alles gut geht, wenn so viele Menschen dicht an dicht in einer Stadt und Region unterwegs sind, dass das Wetter mitspielt bei all den Veranstaltungen, die open air stattfinden?

Vielleicht ist ja auch das Vertrauen darauf gemeint, dass die unterschiedlichen Ansichten, die es auch in den Kirchen gibt, in fairer Weise auf einander prallen werden, dass konstruktiv diskutiert wird? Oder geht es um das ganz große Vertrauen,  - die riesige Menge an menschlichem Vertrauen auf Gott, also an Glauben, die da zusammen kommt?

„Was für ein Vertrauen.“ Für mich klingt das auch nach erstauntem Ausruf: Was für ein Vertrauen - boah, du vertraust ja wirklich! Vielleicht sogar ein wenig neidisch: Was für ein Vertrauen – das könnte ich gar nicht. Aber man könnte es auch als Frage verstehen: Was für ein Vertrauen, echt jetzt? Mag sein, sogar begleitet von einem verächtlichen Achselzucken: Was für ein Vertrauen – du bist ganz schön naiv und blauäugig!

Unter der Losung steht auf den Plakaten in klein eine Bibelstelle: 2. Buch der Könige Kapitel 18, Vers 19. Wenn man die Stelle aufschlägt, landet man bei einer ziemlich komplizierten Geschichte aus dem Alten Testament. Im 8. Jahrhundert vor Christus spielt sie. Es ist eine gewalttätige und konfliktreiche Zeit, die da beschrieben wird:

Hiskija war König von Juda und ein sehr gottesfürchtiger Mann. Deshalb weigerte er sich nicht nur, fremde Götter zu verehren, sondern auch, sich mächtigen heidnischen Herrschern zu unterwerfen. Stattdessen versucht er zu verhandeln. Der mächtige Herrscher von Assur lässt ihm die Frage stellen: "Auf wen vertraust du denn, dass du dich so sicher fühlst? Auf fremde Streitmächte wie die Ägypter? Oder gar auf deinen Gott?" Und er versucht, König Hiskija bei dessen eigenen Volk in Misskredit zu bringen. Am Ende widerstehen Hiskija und das ganze Volk und die Geschichte geht, auch mit Hilfe des Propheten Jesaja, letztlich gut aus.

Allem Spott und Schwierigkeiten zum Trotz hat das Vertrauen des Königs in Gott das ganz Volk gerettet. Mutig finde ich das und auch eine gute Losung für den Kirchentag und für mich heute: Gerade wenn’s brenzlig und gefährlich wird, kann Vertrauen helfen! Was für ein Vertrauen.

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