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Trost der Welt
Bild: éva zara-pixabay

Trost der Welt

Bettina Pawlik
Ein Beitrag von

Bettina Pawlik,

Katholische Gemeindereferentin, Pastoraler Raum Main-Taunus-Ost
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Zu meinen Aufgaben als Gemeindereferentin gehört die Gestaltung von Trauerfeiern und Beerdigungen. Das mache ich jetzt schon seit über zwanzig Jahren. Aber durch die Corona-Pandemie haben sich diese Feiern sehr verändert. Es kommen, bedingt durch die Hygienevorschriften, oft nur noch die engsten Angehörigen. In der Trauerhalle sitzen alle weit voneinander entfernt. Und auch am Grab stehen die Menschen mit großem Abstand voneinander. Da gibt es keinen teilnehmenden Händedruck mehr, keine tröstliche Umarmung. Das Virus hat unsere Trauerfeiern sehr arm gemacht. Und auch wenn ich die Einhaltung der Hygieneregeln für wichtig halte – aber so etwas ist eigentlich unmenschlich. Das entspricht nicht unserer menschlichen Natur. Wir brauchen die Nähe unserer Mitmenschen, gerade in der Trauer so dringen wie die Luft zum Atmen. Wir brauchen Trost und Hilfe, nicht nur in der Trauer, auch in Einsamkeit und Verzweiflung.

Nähe ist tröstlich

Trost ist ein urmenschliches Bedürfnis. Schon der kleine Säugling wird durch die Nähe seiner Eltern getröstet, wenn er Hunger oder Angst hat oder wenn ihm etwas weh tut. Auch größere Kinder kann man so trösten: Ich nehme sie in die Arme, streiche über die schmerzende Stelle, flüstere beruhigende Worte. Nähe ist tröstlich.

Trost gibt mir Halt

Ich habe mal in einem klugen Buch nachgeschaut, was Trost bedeutet: Da gibt es einen engen Zusammenhang mit den Wörtern Treue und Vertrauen. Trost bedeutet eigentlich „Innere Festigkeit“ (Duden, Herkunftswörterbuch). Wenn ich getröstet werde, bekommt meine Person inneren Halt. Dann kann mich so leicht nichts mehr aus der Bahn werfen.

Der Heilige Geist tröstet

Aber woher bekomme ich in den Zeiten, wo menschliche Nähe gefährlich werden kann, meinen Trost? Für mich habe ich eine Antwort in der Bibel gefunden: Im Johannesevangelium verspricht Jesus seinen Jüngern, dass er ihnen nach seiner Himmelfahrt einen Tröster, einen Beistand schicken will (nach Johannesevangelium 14). Das ist der Heilige Geist, die Geistkraft Gottes. Sie wird immer bei den Menschen sein.

Du gibst den Schwachen Kraft und Mut

Es gibt viele alte Kirchenlieder, die diesen Gedanken aufgreifen: Der Geist Gottes, den Jesus uns versprochen hat, kann mich trösten. Er ist mir nahe, auch wenn menschliche Nähe fehlt. Ich werde jetzt, zum Pfingsten, gerade in diesen Corona-Zeiten besonders diese alten Worte beten:

„Komm Tröster, der die Herzen lenkt, du Beistand, den der Vater schenkt; aus dir strömt Leben, Licht und Glut, du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.“ (Hymnus der Pfingstvesper, Hrabanus Maurus zugeschrieben).

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