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Pippi Langstrumpf
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Pippi Langstrumpf

Anne-Katrin Helms
Ein Beitrag von

Anne-Katrin Helms,

Evangelische Pfarrerin, Erlösergemeinde Frankfurt-Oberrad
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„Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut!“, ruft Pippi Langstrumpf ihren Freunden Annika und Tommy zu. Das wilde Mädchen mit den abstehenden Zöpfen aus der Villa Kunterbunt begeistert ihre beiden zögerlichen Freunde.

Sie unternimmt mit ihnen aufregende Ausflüge und stiftet sie dazu an, ungewohnte Dinge zu tun. Dass Annika und Tommy deshalb oft zu spät nach Hause kommen und dazu noch total dreckig, ärgert deren Eltern. Pippi Langstrumpf ist nüchtern betrachtet ein Elternschreck: Sie ist frech, hält keine Regeln ein, sagt, was ihr gerade in den Kopf kommt, und hat überhaupt keine Angst, Neues einfach auszuprobieren.

Pippi Langstrumpf für Manager

Heute lesen Astrid Lindgrens Geschichten über Pippi Langstrumpf nicht nur Kinder, sondern auch Manager und Innovatoren. Wer in der Wirtschaft sagt: „Das haben wir noch nie so gemacht“, wird keinen Erfolg haben. In Unternehmen ist gefragt, Neues auszuprobieren.

Über das bisher Machbare hinausgehen

Ob das erfolgreich sein wird, weiß man erst im Nachhinein. Das bringt Unsicherheiten mit sich. Aber Fehlerfreundlichkeit ist gefragt. Wer etwas Neues produzieren möchte, muss alte Denkmuster überwinden und bewusst über das bisher Machbare hinausgehen. Ich muss die innere kritische Stimme ausschalten, damit ich frei denken kann. Einige der Visionen und Ideen lassen sich dann in die Realität umsetzen.

Ich weiß das. Und trotzdem arbeite ich als Pfarrerin oft so, dass alte Strukturen bestehen bleiben. Ich gehe auf Nummer sicher. Etwas Neues wagen und dafür Altes über Bord werfen, das fällt mir schwer. Wer weiß, ob es gut geht? Wer weiß, wen ich damit provoziere und abschrecke?

Neue Wege gehen mit Gottvertrauen

Das ist kurzsichtig. Und es entspricht auch nicht der Bibel. In der Bibel stehen viele Geschichten darüber, wie Menschen auf Gott vertrauen und deshalb neue Wege gehen. Das ist nicht immer leicht. Es braucht Kraft und Mut. Manche ecken damit bei anderen an. Aber sie erfahren immer: Es geht. Und es geht sogar gut.

In einem Psalm in der Bibel heißt es: „Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird‘s wohl machen.“ (Psalm 37,5) Ich soll also meine eigenen Wege gehen. Sie sind nicht immer vorgeformt. Ich folge nicht nur den Spuren anderer und trete in ihre Fußstapfen.

"Befiehl dem Herrn deine Wege"

Es sind meine Wege. Aber gleichzeitig sind sie nicht nur meine Sache. „Befiehl dem HERRN deine Wege“ bedeutet: Ich kann meine Wege Gott anvertrauen. Ich sage Gott, was ich vorhabe und für welche Richtung ich mich entscheide. Und ich vertraue darauf, dass Gott daraus einen guten Weg werden lässt.

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