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Om am Morgen
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Om am Morgen

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

„Ong Namo Guru Dev Namo.“ Was sage ich da eigentlich? Ich mache mein Morgen-Yoga. Die Übungen lade ich über eine App herunter. Verschiedene Yogalehrer leiten über die App an: „Erde dich. Wachse nach oben. Komm vom Fersensitz in den Vierfüßlerstand und jetzt in den herunterschauenden Hund. Achte auf deinen Atem.“ Zum Schluss Namaste – ich verbeuge mich vor dem Göttlichen in dir.

Kann ich das als Christ eigentlich so einfach mitmachen und mitsprechen? Yoga ist ja nicht nur einfach genial fürs Dehnen und Strecken. Es ist eine Philosophie aus Indien. Der Name Yoga lässt sich übersetzen mit Eins-Werden: Körper und Geist sollen sich verbinden. Durch die Übungen soll ich zur Erleuchtung finden.

Das unterscheidet sich schon wesentlich von meinem christlichen Glauben. Ich glaube nicht, dass ich mich selbst erleuchten und erlösen kann, auch wenn ich noch so viel Yoga mache und meditiere. Erleuchtung und Erlösung kann ich nicht selber machen. Sie kommen ganz von Gott. Sie sind ein Geschenk. Aber ich kann mich offen halten. Ich kann meinen Körper und meinen Geist wach halten, damit ich Gott in meinem Leben nicht verpasse. Dafür muss ich nicht Yoga machen. Aber es schadet auch nicht.

Mir ist wichtig zu wissen, was ich dabei mache und spreche. „Ong Namo Guru Dev Namo“ kann man so übersetzen: „Ich verbinde mich mit der kosmischen Energie und dem erhabenen Weg, der mich vom Dunkel zum Licht führt.“ Statt Ong Namo sage ich einfach im Stillen bei mir: „Jesus Christus, erleuchte mich!“ Und statt Namaste sage ich zum Schluss Amen.

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