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Helfende Worte
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Helfende Worte

Uwe Groß
Ein Beitrag von

Uwe Groß,

Katholischer Diakon, Pfarrei St. Peter und Paul, Wiesbaden
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„Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen,“ so lautet ein afrikanisches Sprichwort. Ich glaube: Hinter diesem Sprichwort steckt die Erfahrung: Ich brauche einfach manchmal einen Menschen, der mir hilft, aus dem Schlamassel herauszukommen. Manchmal schaffe ich es nicht allein, und dann muss das Wort und am besten die Tat von jemand anderem kommen.

Mein guter Freund Bibel

Ich erinnere mich an Zeiten als Schüler, in denen ich froh war, dass mir der ein oder andere Kumpel bei einem Test das richtige Wort zugeflüstert hat. Und es tat gut, dass mich ein guter Freund bei meinem ersten Liebeskummer getröstet hat. Auch heute hat sich daran nichts geändert. Wenn ich mir Sorgen mache, habe ich Menschen, mit denen ich darüber reden kann, und oft kommt dann auch ein Wort vom anderen, das mir weiterhilft. „Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen.“ Natürlich hilft das vor allem: das Wort eines Freundes. Aber manchmal ist gerade niemand da, der mir ein gutes Wort sagt. Ich greife dann auch schon mal zur Bibel. Und dann geht es mir so, wie es Martin Luther einmal ausgedrückt hat: „Wenn die Bibel ein mächtiger Baum wäre und alle Worte die Ästlein, so habe ich alle Ästlein abgeklopft und allzeit habe ich noch ein paar Äpfel oder Birnen heruntergeklopft.“ (Martin Luther- Tischreden, Reclam,10)

Genau die richtigen Worte

Luther hat die Erfahrung gemacht: Überall in der Bibel sind Worte, die mir einen kleinen Fruchtzuckerstoß geben können, die mir Kraft geben können. Und das habe ich auch schon erfahren: Bestimmte Worte und bestimmte Geschichten aus der Bibel kamen mir zur rechten Zeit. Zum Beispiel der Satz aus dem Johannesevangelium: „Ich bin gekommen, dass sie das Leben in Fülle haben“ (Johannes-Evangelium 10,10), sagt Jesus da. Mir sagt Jesus damit: „Sei glücklich in deinem Leben, schöpfe das Leben aus.“ Ich mag auch das Wort aus dem Timoteusbrief: „Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern einen Geist, der Kraft der Liebe und der Besonnenheit.“ (2 Timoteusbrief 1,7) Gerade dann, wenn ich verzagt bin, sagt es mir: Jetzt geh die ganze Sache mal rational – also besonnen hat – denk nach, welche Möglichkeiten sich dir bieten, und ergreife sie. Gott gibt dir die Kraft dazu.

„Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selber sagen.“ In der Bibel sind viele Worte, bei denen ich spüre: Ja, so ist es, oder: So will ich es versuchen. Gott spricht für mich darin wie ein Freund.

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