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Handyklingeln vom Kirchturm
Bild: Pixabay

Handyklingeln vom Kirchturm

Dr. Klaus Depta
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Dr. Klaus Depta,

Katholischer Rundfunkbeauftragter, Fulda
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Moderator/in: Fast möchte man meinen, das ganze wäre ein verspäteter Aprilscherz. Aber tatsächlich ist seit Montag vom Kirchturm der Peterskapelle im schweizerischen Luzern kein Glockengeläut zu hören, sondern ein Handyklingeln zu hören. Klaus Depta von der katholischen Kirche – Was hat es damit auf sich?

Also das Ganze ist eigentlich eine Kunstinstallation von zwei Luzerner Studentinnen. Rund um die Peterskapelle gibt es nämlich eine Baustelle – und die soll mit dem Handyklingeln tatsächlich „verschönert“ werden. Dahinter steckt aber die Idee: Früher haben die Glocken der Kirchtürme den Tagesrhythmus vorgegeben. Das war in einer Zeit ohne Armbanduhren ja auch durchaus sinnvoll. Heute aber machen sich viele Menschen von ihren Handys abhängig.

Ich kann mir vorstellen, dass das ganz schön verwirrt wäre, wenn ich durch Frankfurt, Marburg oder Kassel schlendere und dann plötzlich von einem Kirchturm Handyklingeln höre…

Ja, wäre ich auch, wenn aus dicken Lautsprecherboxen plötzlich ein Handyklingeln vom Kirchturm käme. Und zwar: nicht zur vollen Stunde wie Kirchenglocken. Sondern einfach so zwischendurch. Völlig unerwartet wie ein normaler Anruf auf dem Handy, eben.

Und wie reagieren die Menschen in Luzern auf dieses Projekt?

Nicht ganz so überrascht wie du und ich. Denn diese Installation ist mittlerweile das fünfte Kunstobjekt, das die Bauzeit rund um die Peterskapelle in Luzern überbrücken soll. Trotzdem: Die Installation erfüllt ihren Zweck, zumindest bei mir. Ich habe mir fest vorgenommen, mich nicht zum Gefangenen meines Handys zu machen. Und stelle mein Handy ab sofort auch mal lautlos – zumindest stundenweise.

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