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Deutschland gegen Portugal
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Deutschland gegen Portugal

Simone Twents
Ein Beitrag von

Simone Twents,

Referentin für Glaubenskommunikation und Pastorale Innovation, Fulda
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Heute Abend spielt Deutschland gegen Portugal. Die deutsche Nationalelf muss gewinnen. Tore müssen her. Sonst ist die (Fußball-)Europameisterschaft für Deutschland zu Ende. Deutschland fiebert und ist gespannt! Ich auch.

Am Dienstag beim Spiel gegen Frankreich hatte die deutsche Mannschaft bereits ein Tor geschossen, aus Versehen. Das erste Eigentor in der Geschichte einer deutschen Mannschaft bei einer Europameisterschaft. Mats Hummels, einer der erfahrensten Spieler der Mannschaft, zurückgekehrt, um zu retten und zu stabilisieren - ausgerechnet ihm passiert dieser Gau.

"Um Hummels willen, wir schießen uns selbst ab" – so titelte die Bild-Zeitung. Ein Moderator im Sportstudio kommentierte: "Mats Hummels - so stark in der Luft und am Boden. Aber die Cinderella Story bleibt ohne Happy End. Hummels hadert. Alle hadern. Mats Hummels beschäftigt so etwas intensiv. Er ist frustriert, aber auch realistisch."

Ich kann mich gut in Mats Hummels hineinversetzen. Ich denke an eine Situation, in der ich mit meiner ganzen Erfahrung dazukomme, um zu helfen. Um das Ganze und das Team voranzubringen. Und auf einmal stellt sich raus, dass ausgerechnet ich die bin, die das Problem verstärkt. Die alle mit rein reißt.

Bei Jesus war es genau umgekehrt: Er war der, der alle rausreißt. Diese Rolle hätte ich auch zu gerne. Aber ich bin halt nicht Jesus. Ich bin Mensch, ich mache Fehler, mir passieren Missgeschicke und Zwischenfälle, ich bin vielleicht gar nicht Teil der Lösung. Willkommen als Teil der Menschheit! Ich kann nicht alles retten. Ich bin ein Mensch - nicht Gott.

Ist doch nicht schlecht, das ab und zu wieder zu erfahren, denke ich mir. Für das Spiel gegen Portugal ist das Fazit aller Kommentatoren: Wir müssen gegen Portugal unsere Stärken rausholen und die auf den Platz bringen.

Das finde ich gut: Mich nach dem Misserfolg zu schütteln, mich wieder vom Boden auf zu kratzen und auf meine Stärken zu besinnen. Ich hab ja welche! Die sind ja auch real! Und die auf den Platz bringen, wie auch immer mein Platz aussieht.
Der Platz der deutschen Nationalmannschaft ist heute in München. Für euer Spiel gegen Portugal viel Erfolg, Jungs! Ich drücke euch die Daumen!

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