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Die „gesunde Lehre“
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Die „gesunde Lehre“

Martina Patenge
Ein Beitrag von

Martina Patenge,

Katholische Referentin für Glaubensvertiefung und Spiritualität, Kardinal-Volk-Haus Bingen

Das Herz hat seine Gründe – warum jemand an Gott glaubt und Religion wichtig findet oder im Gegenteil nichts davon wissen will. Über Glauben und Nichtglauben kann man nicht nur rational diskutieren. Denn Glauben ist zu allererst Herzenssache. Ist mehr Erfahren und Erleben als Wissen. Jedenfalls in der christlichen Religion. Natürlich müssen Christen über ihren Glauben einiges wissen. Wir brauchen Religionsunterricht und eine theologische Lehre für viele Fragen: Wie verstehe ich die Bibel, das heilige Buch der Christen? Was hat es mit dem Kreuz auf sich? und vor allem: Was darf ich glauben und was darf ich hoffen?

Mit solchen Fragen hat sich schon ganz zu Anfang der Apostel Paulus herumgeschlagen. Als Missionar musste ihm was einfallen, um die Leute von Jesus Christus zu überzeugen. Sie waren Juden oder Heiden, kannten sich aus mit ihren Göttern oder Gottesbildern. Aber er will ihnen ja etwas Neues schmackhaft machen – all das, was Jesus gelehrt hat und von dem Paulus jetzt begeistert ist. Er sagt: Diese Lehre von Jesus ist eine „gesunde Lehre“. (2 Tim 4,3). Sie verdient es, weitergegeben zu werden mit dem Einsatz des ganzen Lebens. Wie Paulus halte ich das tatsächlich auch heute für die entscheidende Frage: Ist das, was von Gott und Jesus Christus erzählt und gelehrt wird, „gesund“? Hilft das den Menschen? Macht es Menschen heiler?

Ich überlege, was „gesund“ bedeutet. Es gibt gesundes Essen, gesundes Wohnklima, gesunde Lebensführung. Gesund heißt: es tut dem Leben gut und hilft. Was gesund ist, schadet niemandem. Im Gegenteil. Gesundes Verhalten macht lebendig und froh.

Ich bin froh, dass ich den christlichen Glauben wirklich als gesunde Lehre kennenlernen durfte. Da hatte ich viel Glück, ich weiß – von einem freundlichen Gott zu hören und freundliche Kirchenmenschen kennenzulernen. Manche erzählen mir von ganz anderen, unerfreulichen Erfahrungen.

Aber glücklicherweise ist Kirche lernfähig. Alle, ob TheologInnen, Gläubige und Suchende, können auch in Glaubensfragen etwas Neues lernen, diese „gesunde Lehre“ kennenlernen und erforschen. Denn jede und jeder kann selbst in der Bibel lesen, wie Jesus von Gott spricht und was er unbedingt seinen Jüngern beibringen will: Gott wird da beschrieben als väterlich und mütterlich, als guter König, als großartiger Erschaffer der Welt. Auch als rätselhaft, groß und unerforschlich. Vor allem aber als barmherzig. Viele Menschen erzählen mir, dass sie genau das als das Heilsame des Glaubens erleben:

Gott stärkt und tröstet. In Gott kann ich Heilung finden. Und in meiner Hoffnung bestärkt werden, dass es sich lohnt zu leben, mit ganzem Herzen – und mit ganzem Verstand.

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