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Wir sind da! Gute Ideen für die Krisenbewältigung
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Wir sind da! Gute Ideen für die Krisenbewältigung

Pater Andreas Meyer
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„Ihr Klinikseelsorger habt jetzt doch bestimmt unheimlich viel zu tun!“ Oft habe ich in den letzten Wochen diesen Satz gehört. Es war aber ganz anders. Es war sehr ruhig. Allerdings habe ich diese Ruhe manchmal etwas gespenstisch gefunden, weil sie so ungewohnt war. Gründe gab es einige dafür: Die Klinik war nicht voll belegt, Besucher kamen nicht ins Haus, viele Mitarbeitenden waren damit beschäftigt, den Betrieb auf den befürchteten Ansturm von Infizierten umzustellen. Da gab es eine Menge zu organisieren. Und ich hatte den Eindruck, dass die Klinikseelsorge dabei einfach vollkommen unwichtig war. Für einen Moment hat dieser Zustand mich und meine Kolleginnen und Kollegen verunsichert. „Wir müssen aber doch…“ war dann im Teamgespräch zu hören. Und beinahe wäre auch bei uns Betriebsamkeit ausgebrochen.

Wir haben dann aber gemeinsam überlegt: Was können wir dazu beitragen, dass alle in der Klinik die schwierige Situation jetzt gut bewältigen können? Unser erster Gedanke war: für Ruhe und Stabilität sorgen. Dazu sind uns gute Ideen gekommen, die wir nun umsetzen. Zum Beispiel: Am Nachmittag senden wir um 15.00 Uhr für die Patienten einen Impuls aus der Klinikkapelle. (Die Übertragungsanlage nutzen wir sonst für die Gottesdienste.) Jeden Tag ist ein anderer von uns Klinikseelsorgern dran und gestaltet diesen Impuls. Eine Geschichte oder ein Text aus der Bibel, ein Lied, Gebet und Segen – das sind die Elemente. So können wir gute Gedanken weitergeben und den Menschen Mut machen. Für die Mitarbeitenden gibt es jeden Tag im Nachrichtenportal der Klinik einen eigenen Impuls. Eine Karikatur oder ein nachdenklicher Text. Es gibt schließlich auch noch andere Themen als die Corona-Krise.

„Wir sind da und mit euch verbunden!“ Das ist die Botschaft, die wir aussenden wollen. Und diese Botschaft, die ist an vielen Orten in unserem Land gerade zu hören und tut gut.

 

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