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Wie man Menschen glücklich macht
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Wie man Menschen glücklich macht

Michael Becker
Ein Beitrag von Michael Becker, Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Man kann Menschen glücklich machen. Kinder, Erwachsene, Alte. Es ist einfach, sagt der Hirnforscher Gerald Hüther kürzlich einer Zeitung (focus.de 12.02.2020). Ein leichtes Mittel ist: Glücklich wird, wer so sein darf, wie er ist. Manche machen es anders und bringen eher Unglück. Sie sagen den Kindern oder Enkeln: Ich habe Dich lieb, aber bitte - sorge für ein gutes Zeugnis oder träum‘ nicht so viel oder ‘Hab nicht immer das letzte Wort‘. Auch Erwachsene können das gut, diese Ansprüche stellen: Zieh dich doch anders an oder rede nicht so viel oder bring mal Blumen mit. Das bringt eher Unglück als Glück.

Glücklich wird, wer sein darf, wie er ist. Erst einmal. Kinder, die einfach spielen dürfen. Erwachsene, die nicht dauernd von anderen erzogen werden. Einfach sein dürfen; sich nicht behaupten müssen. Es gibt so viel Druck von allen Seiten im Beruf oder Zuhause oder der Schule - da ist Glück, wenn mal niemand etwas fordert; man sein darf, wie man ist.

Man muss ja nicht so bleiben. Man darf sich ändern. Aber nicht unter Druck. Freiwillig, weil es keine Bedingung gibt; weil die Liebe nicht davon abhängt. Das ist Glück: Zu wissen, man genügt. Erst einmal. Und kann sich doch ändern. Weil man dem anderen noch besser gefallen will. Oder Gott gefallen will. Der liebt einfach. Und wartet geduldig, bis ich so weit bin, ihm zu gefallen; seinen Willen zu tun. Nicht, damit er mich lieben kann; sondern weil er mich liebt. So macht man Glück: Ich darf sein, wie ich bin; und kann doch jeden Tag besser werden.                  

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