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Vertrauen

Vertrauen

Simone Twents
Ein Beitrag von Simone Twents, Dezernetin für Glaubenskommunikation und Pastorale Innovation, Fulda
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Hessens Polizei stand diese Woche wieder zu Recht in den Schlagzeilen. Wieder hat jemand von einem Polizeirechner aus persönlichen Daten von Politikerinnen abgefragt. Die Daten hat eine rechtsradikale Gruppe dann für ein Drohschreiben verwendet. Eine rechtsradikale Gruppe mit Verbindung zu Polizeikreisen droht Politikerinnen mit Gewalt und Tod. Das ist ein Skandal. Noch größer, weil es nicht das erste Mal passiert. Die Polizei, mein Freund und Helfer? Es wird deutlich: immer mehr Bürger stellen die Vertrauensfrage. Kann ich, will ich der Polizei noch vertrauen? Eine Studie aus dem Mai 2020 zeigt: Das Vertrauen der Deutschen in ihre staatlichen Institutionen sinkt. Gleichzeitig zeigt die Studie: Menschen können einander schon vertrauen. Personen aus dem eigenen Umfeld zum Beispiel. Personen, deren Handeln verlässlich ist. Weil kompetent, weil Gutes im Sinn, weil beständig, weil ehrlich.

Ich frage mich: Wie ist das eigentlich mit dem Vertrauen in Gott?
Gott, mein Freund und Helfer? - Auch bei dieser Frage scheiden sich die Geister.
Ob ich Gott vertrauen kann, hängt meiner Meinung nach sehr davon ab, ob ich Gott als jemanden ansehe, der weit weg von mir ist. Oder ob Gott für mich eine nahe Person geworden ist. Jemand, dessen Handeln ich erfahren habe und gemerkt habe: er meint es gut mit mir.

Leidvolle Situationen bringen Menschen dazu, sich von Gott zu entfernen. Andere Menschen bringen Gutes in ihrem Leben mit Gott in Zusammenhang. So schöpfen sie Vertrauen, das ihnen auch durch Leidvolles hindurch hilft.
Wer ist Gott für mich? Ich möchte nicht für Vertrauen in eine „Institution Gott“ werben. Aber ich werbe für dafür, Gott als nah und liebend kennen zu lernen. Als einen Gott, der in meinem persönlichen Umfeld erfahrbar ist. Der Gutes im Sinn hat. Dem ich vertrauen kann.

 

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