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Sich die Freude nicht nehmen lassen
Pixabay/Gerd Altmann

Sich die Freude nicht nehmen lassen

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von

Christoph Wildfang,

Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain
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Es gibt ziemlich viele schlechte Nachrichten. Die Medien berichten von Krisen und Katastrophen.  Es passiert auch Trauriges um mich herum, in meinem Lebensumfeld. Es geht so ganz anders zu, als ich es gehofft habe. Manchmal denke ich auch – fast, früher war’s besser oder wenigstens einfacher. Das höre ich in meiner Kirchengemeinde häufig: Ja, früher, da hatten die Leute noch Zeit. Saßen vor den Häusern und redeten miteinander. Die Gemeinschaft im Dorf war besser. Da hat man noch die traditionellen Feste hochgehalten und gut miteinander gefeiert. Ist die Welt schlechter geworden? Viele empfinden sie auf jeden Fall komplizierter. Schwieriger. Ein Grundgefühl bei einigen ist darum Skepsis. Oder sogar Angst. Misstrauen. Ich will nicht, dass mich Angst und Misstrauen bestimmen. Ich will aus dem Grundgefühl der Freude leben. Trotzdem. Trotz allem. Ein Satz aus der Bibel ist mir dabei wichtig geworden. Er ist wie eine Leitschnur für mich: „Ich will mich freuen des Herrn und fröhlich sein in Gott, meinem Heil.“ (Habakuk 3,18) Das ist für mich eine Grundsatzentscheidung. Ein „Ich will!“ eben trotzdem. Ich will mich nicht runterziehen lassen. Ich will bewusst das Gute sehen. Vielleicht sogar manchmal das Gute in der Krise suchen. Schlechtes lässt sich nicht einfach gut reden. Und trotzdem möchte ich einen Ausstieg versuchen aus dunklen und düsteren Gedanken. Den Bannkreis der Dunkelheit verlassen. Ich baue dabei auf Gott, der in meinem Leben für eine Überraschung, für eine Wende, für Neues gut ist. Ich rechne mit Gott. Mit Licht in der Dunkelheit. Mit neuen Wegen aus einer Krise. Ich will einen langen Atem der Freude haben. Ich rechne mit Gottes Heil für mich. Für die Menschen um mich herum. Für die Welt – gerade wegen ihrer schlechten Nachrichten braucht sie das doppelt. Ich will mir die Freude nicht nehmen lassen. Der Blick auf Gott, der mich liebt, trägt und manchmal erträgt, macht alles anders. Ich will fröhlich sein in Gott.

 

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