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Hier stehe ich!
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Hier stehe ich!

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von

Dr. Fabian Vogt,

Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt

Moderator/in:Am 18. April 1521, also: heute vor genau 500 Jahren, steht der Reformator Martin Luther auf dem Wormser Reichstag vor den Mächtigen seiner Zeit und soll seine Kritik an der Kirche widerrufen. Aber er weigert sich.

Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche, was genau ist denn damals in Worms passiert?

Na, Luther hatte der Kirche vorgeworfen: „Bei euch läuft was grundlegend falsch. Keiner kann mehr erkennen: Der Glaube an Gott macht frei. Er tröstet und macht Mut.“ Darüber wollte er in Worms mit dem Kaiser und den Vertretern des Papstes diskutieren. Aber die sagten nur: „Widerrufe deine Schriften, oder wir erklären dich für vogelfrei! Dann darf dich jeder töten.“

Da entgegnet Luther: „Ihr könnt doch die Wahrheit nicht mit Gewalt festlegen. Mein Gewissen, mein Verstand und die Bibel sagen mir, dass ich Recht habe. Wenn ihr bessere Argumente habt, lasse ich mich gerne überzeugen. Aber solange ihr die nicht bringt, gilt: Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe mir. Amen.“

Das war also auch ein großer Akt der Zivilcourage.

Genau. Luther macht deutlich: Meine Ideale sind wichtiger als meine Sicherheit. Gleichzeitig fühlte er sich so bei Gott geborgen, dass ihn selbst Drohungen nicht einschüchtern können.

Und er erklärt mit seinem Statement: Jede und jeder hat das Recht auf eine eigene Meinung. Das war einer der wichtigsten Türöffner für die Neuzeit.

Dieser mutige Moment Luthers fragt bis heute: Wo kann und will ich Haltung zeigen? Anders ausgedrückt: „Was ist mein Luther-Moment!“

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