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Endlich! Deutschland nimmt Flüchtlingskinder aus Griechenland auf
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Endlich! Deutschland nimmt Flüchtlingskinder aus Griechenland auf

Andrea Seeger
Ein Beitrag von Andrea Seeger, Evangelische Theologin und Redakteurin der Evangelischen Sonntags-Zeitung
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Die Situation in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln ist dramatisch. Ein Ausbruch von Covid-19-Erkrankungen könnte dort angesichts katastrophaler hygienischer Zustände verheerende Folgen haben. Aber auch ohne das Virus sind die Zustände unhaltbar. Deutschland hat sich bereit erklärt, Kinder aus diesen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Nach monatelangem Hin und Her ist es heute so weit. Höchste Zeit, findet Andrea Seeger von der evangelischen Kirche.

Wer die Bilder aus den Flüchtlingslagern sieht, kann nicht anders als mitfühlen

Ja, wir stecken in einer Krise. Aber nicht nur wir. Andere auch. In unserer Not sollten wir nicht die Not anderer vergessen. Wer die Bilder aus den übervollen Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln sieht mit all dem Elend, kann kaum anders als mitfühlen.

Die Nächstenliebe aus der Bibel meint auch die Nächsten, die weiter weg sind. Und die Schwächsten, die Kinder, leiden besonders.

Was wäre, wenn das unsere eigenen Kinder wären?

Wir müssen uns nur einmal vorstellen, unsere eigenen Kinder müssten unter solchen Bedingungen wie in den Flüchtlingslagern heranwachsen. Es ist gut, dass die Bundesrepublik zugesagt hat, unbegleitete oder schwer kranke minderjährige Mädchen und Jungen aus den Flüchtlingscamps in Griechenland aufzunehmen. Heute sollen 58 von ihnen in Deutschland ankommen. Nach 14-tägiger Quarantäne sollen sie auf die Bundesländer verteilt werden.

Mehr als ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen

In Hessen haben schon die Stadt Frankfurt und der Hochtaunuskreis Bereitschaft signalisiert, den Mädchen und Jungen eine sichere Zuflucht zu bieten. Sie haben Schreckliches erlebt, ihre Eltern zum Teil im Krieg oder auf der Flucht verloren. Sie brauchen nicht nur etwas zu essen und ein Dach über dem Kopf, sondern auch medizinische und psychologische Betreuung. Das ist in Hessen gewährleistet.

Insgesamt will Deutschland bis zu 500 unbegleitete Minderjährige aufnehmen, auch andere Länder Europas machen mit. Bisher bieten zehn Staaten rund 1600 Plätze. Dabei müssten es gut zehn Mal so viele sein, damit zumindest allen unbegleiteten oder schwer kranken Kindern geholfen ist.

Ich wäre stolz auf meine Kirche und mein Land!

Ich bin sicher: Viele Städte und Gemeinden werden sich bereit erklären, Kinder aufzunehmen. Vielleicht können Kirchengemeinden sie unterstützen, wie sie das sowieso schon lange tun. Ich wäre stolz auf meine Kirche und mein Land!  

 

 

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