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Buß- und Bettag – ein vergessener Feiertag?
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Buß- und Bettag – ein vergessener Feiertag?

Winfried Engel
Ein Beitrag von Winfried Engel, Ltd. Schulamtsdirektor i. K. i. R., Fulda
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So mancher wird sich daran erinnern, dass der heutige Tag in früheren Jahren ein Feiertag war: Buß- und Bettag, so heißt er immer noch. Doch im Zusammenhang mit der Finanzierung der Pflegeversicherung musste er sein Feiertagsgewand ablegen und sich in die Reihe der übrigen Werktage einfügen. Warum? Weil er im allgemeinen Bewusstsein seine Bedeutung verloren hatte. Und auf einen solchen Feiertag glaubten unsere Politiker verzichten zu können. Doch kaum war der Buß- und Bettag in die Normalität zurückgefallen, begann man ihn als Feiertag zu vermissen. Vor allem evangelische Christen beklagen seinen Verlust.

Ein Tag zum Buße tun und zum Beten, das bedeutet „Buß- und Bettag“. Eine solche Bezeichnung klingt weltfremd, für viele jedenfalls. „Buße“, dieses Wort fehlt in unserem alltäglichen Sprachgebrauch. Von ihrem Wortstamm her hat „Buße“ mit Besserung zu tun, im christlichen Sinn bedeutet sie: umkehren, seine Fehler bereuen und versuchen sie wieder gutzumachen. In der katholischen Kirche gibt es das Sakrament der Buße, die Beichte. Der Priester sagt Menschen in der Beichte im Namen Gottes zu, dass ihre Sünden vergeben sind und sie wirklich von vorn beginnen können, ohne Wenn und Aber. Und das immer wieder, so oft es nötig ist. Die Liebe Gottes zu uns Menschen ist ohne Grenzen. Gott verzeiht wann immer ihn ein Mensch darum bittet.  Beten, seine Anliegen vor Gott tragen, dankbar sein für alles, was mir unverdient geschenkt wird, das ist das andere Anliegen des Buß- und Bettages. Beides, die Möglichkeit neu anzufangen und sich im Gebet an Gott zu wenden, kann dem Leben neue Kraft geben. Dafür würde es sich auch lohnen, etwas Zeit zu opfern. Vielleicht sogar einen ganzen Tag, einen Arbeitstag. Schade, dass es diese Gelegenheit nicht mehr gibt.

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