Viel Glück und viel Segen
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Viel Glück und viel Segen

Andrea Maschke
Ein Beitrag von

Andrea Maschke,

Katholische Pastoralreferentin in Bad Homburg / Friedrichsdorf

Morgen nachmittag bin ich zu einem Geburtstag eingeladen, einem 50. Das kommt in meinem Umfeld gerade öfters vor. Vielleicht werden wir da der Freundin „Viel Glück und viel Segen“ singen.

Ich mag dieses Lied. Und anders als etwa bei „Happy Birthday to you“ oder „Zum Geburtstag viel Glück“ kommt das Wort Geburtstag darin gar nicht vor. Das Lied passt also bei vielen Gelegenheiten, eben immer dann, wenn wir jemandem Gutes wünschen wollen:

Viel Glück und viel Segen auf all deinen Wegen, Gesundheit und Frohsinn sei auch mit dabei!

Viele guten Wünsche!

Während Glück in meiner Vorstellung eher flüchtig ist und schwer festzuhalten, scheint mir Segen grundsätzlicher, eine Art tragender Boden.

Und ich verbinde das Wort auch mit Gott. In der Bibel geht es immer wieder um Segen. Darum, dass Gott sich den Menschen zuwendet, sie segnet. Oder dass Menschen sich gegenseitig segnen, oft die Eltern ihre Kinder. Nicht immer geht das glatt und unkompliziert vor sich. Mal wird der Segen erkämpft, mal erschummelt, meistens aber doch verschenkt.

Eine der ganz frühen Segensgeschichten ist die von Abraham, die im ersten Buch der Bibel, dem Buch Genesis, erzählt wird: Gott verheißt dem Abraham reichen Segen, verlangt ihm aber auch einiges ab. Er soll sein Land verlassen, seine alte Heimat und die ganze Verwandtschaft, denn Gott will ihn anderswo zu einem großen Volk machen. Kinder, Nachkommen gelten damals als der größte Segen. Darauf lässt sich Abraham zusammen mit seiner Frau Sara ein.

Und noch etwas spricht ihm Gott zu: Du sollst selbst ein Segen sein, Abraham.

In der weiteren Geschichte wird deutlich: Abraham war kein Held und kein perfekter Mensch, aber er hat weiter auf die Verheißung gehofft. Er wird reicher und mächtiger, doch die versprochenen Nachkommen mit seiner Frau Sara stellen sich nicht ein. Die beiden werden alt und beinahe hätten sie die Hoffnung auf den versprochenen Segen aufgegeben, da wird Abraham von Hagar, der Dienerin seiner Frau, der Sohn Ismael geboren – und dann, noch später, kommt endlich der ersehnte gemeinsame Sohn zur Welt, Isaak.

Isaak ist der Stammvater der Juden und findet sich so auch im Stammbaum von Jesus, Ismael gilt als der Stammvater der Muslime. So wurde Abraham tatsächlich Stammvater großer Völker, auch wenn er auf diesen Segen lange Zeit warten musste.

Ich bleibe aber noch an dem besonderen Segenszuspruch vom Anfang hängen: Ich segne dich, du sollst selbst ein Segen sein!

Ich glaube, das ist ganz typisch für den Segen Gottes. Er ist kein Geschenk, das man auspackt, anschaut und dann ins Regal stellt, sondern eines, das im besten Fall weiter wirkt, das nicht nur mit dem Gesegneten, dem Beschenkten, etwas macht.

Wenn ich also morgen unserem Geburtstagskind „Viel Glück und viel Segen“ singe, dann ist das vielleicht irgendwie auch ein Segenswunsch für mich selbst: denn Segen wirkt immer weiter!

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