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Dank für das Wasser
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Dank für das Wasser

Bettina Pawlik
Ein Beitrag von

Bettina Pawlik,

Katholische Gemeindereferentin, Pastoraler Raum Main-Taunus-Ost

Dieser Sommer ist wirklich außergewöhnlich. Eine lange und trockene Hitze gab es. Der Vordertaunus hat so gut wie gar keinen Regen abbekommen, jedenfalls nicht im Juni und Juli. Und trotzdem ist es für uns selbstverständlich - wir drehen den Wasserhahn auf, und das Wasser kommt. Wir baden und duschen, trotz der Dürre. Wir gießen den Garten und gehen ins Schwimmbad und denken uns gar nichts dabei.

Vor einigen Jahren habe ich auf einer Reise nach Ruanda etwas anderes erlebt. Dort gibt es wie überall in Afrika noch viele Menschen, die jeden einzelnen Tropfen Wasser, den sie verbrauchen, nach Haus tragen müssen – oft über viele Kilometer weit. Und da denke ich an unsere Vorfahren, Wasserleitungen gibt es in Deutschland flächendeckend ja etwa erst seit knapp hundert Jahren. Und damals hätte eine solche Dürre, wie wir sie in diesem Jahr erleben, das Leben bedroht. Die Menschen waren ja abhängig von dem, was sie auf ihren Feldern und in ihren Gärten geerntet haben. Heute ist der Schaden, den die Dürre anrichtet, ein wirtschaftlicher Schaden. Ernsthafte Angst, dass es nichts zu essen und zu trinken geben könnte: Die hat hier in Westeuropa wohl niemand. Wir können ja alles aus anderen Ländern oder Kontinenten einführen. In den Supermärkten gibt es genug für alle zu kaufen.

Mich hat dieser trockene Sommer schon recht nachdenklich gemacht. Ich bin dankbar für die Menschen, die sich um die Wasserversorgung kümmern. Und ich kann unsere Vorfahren gut verstehen. Sie haben sich mit der Bitte um Wasser an Gott gewandt. Ich kann mich noch gut an frühere Zeiten erinnern. Im Sommer wurde nach jedem Gottesdienst der Wettersegen gebetet wurde. „Gott, gib uns Regen und Sonne im rechten Maß. Gib uns  gedeihliches Wetter und eine gute Ernte.“ So wurde gebetet. Vielleicht ist für uns die Versorgung mit dem kostbaren Gut Wasser einfach zu selbstverständlich geworden. Dankbar  sein, das haben wir verlernt. Dieser trockene Sommer ist für mich wichtiger Hinweis: Ich bin Gott dankbar für jeden Tropfen Wasser. Mit dem heiligen Franziskus will ich beten: „Gelobt seist du mein Herr, für Schwester Wasser. Sehr nützlich ist sie und kostbar und keusch.“ (Sonnengesang des Heiligen Franz)

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