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Auto kaputt - ab aufs Rad…
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Auto kaputt - ab aufs Rad…

Verena Maria Kitz
Ein Beitrag von

Verena Maria Kitz,

Katholische Pastoralreferentin in St. Michael, Zentrum für Trauerseelsorge, Frankfurt

Ich kann mir jetzt auf die Schulter klopfen – seit ein paar Wochen gehöre ich nicht mehr zu den Bewegungsmuffeln. Gerade hatte ich nämlich in den Nachrichten gehört: Nur noch 43% der Deutschen bewegen sich genug. Da ist mein Auto kaputt gegangen. Und zwar richtig. Gut, es war auch wirklich alt, aber ich hätte es gerne noch ein Weilchen gefahren. Und mein Weg ins Büro dauert mit Bahn und Bus deutlich länger.

Da hat es total gut gepasst, dass ich kurz vorher aus der Familie ein Elektro-Fahrrad, ein E-Bike geerbt habe. Das ist zwar auch schon etwas betagt, aber es fährt gut. Ich hab ja etwas überheblich gedacht: Ach, dafür bin ich doch noch ein bisschen jung. Aber dann bin ich einmal mit meinem normalen Fahrrad zur Arbeit gefahren! Da habe ich gemerkt: Die 15 km, mit ordentlich Steigung zum Schluss, die schaffe ich nicht so locker aus dem Stand. Aber mit dem E-bike ist das wirklich zu machen. Gut, wenn es kalt wird oder schüttet, muss ich mal sehen. Aber jetzt im Sommer, da ist das wirklich eine Alternative zum Auto.

Und ich merke, ich tu damit nicht nur was für die Gesundheitsstatistik. Es macht mir auch richtig Spaß: Ich lerne die Stadtviertel kennen, von denen ich bisher nur die Autobahnschilder kenne. Ich habe ein paar neue Bäckereien aufgetan – ich esse doch so gerne mal ein anderes Brot! Und ein ordentliches Stück meiner Strecke geht an der Nidda entlang, durch die Felder – da genieße ich die Natur. Und ich habe auch Zeit und Ruhe, ein Dankeschön an Gott zu schicken: Für diese wunderschöne Natur und dafür, dass ich gesund und in Frieden mit dem Fahrrad herumfahren kann. Das ist ja nicht mein Verdienst – das ist ein echtes Geschenk. Dafür bin ich wirklich dankbar.

Und: Jeder Tag, an dem ich keine Autoabgase in die Gegend puste, ist ja auch ein besserer Tag fürs Klima und für die Schöpfung. Ein bisschen trage ich dazu bei, diese gute Schöpfung Gottes zu bewahren.

Wofür so ein kaputtes Auto doch alles gut sein kann!

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