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Zwei Flügel zum Fliegen

Zwei Flügel zum Fliegen

Monika Dittmann
Ein Beitrag von

Monika Dittmann,

Katholische Seelsorgerin Antoniushaus, Hochheim, und Altenheim, Flörsheim am Main
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Vor kurzem habe ich eine kleine Geschichte entdeckt, die mich sehr berührt hat.

Sie beginnt so: „Ein Mann erzählt: ‚Auf meinen Reisen traf ich einen weisen, alten Mann. Ich fragte ihn: Was ist wichtiger – zu lieben oder geliebt zu werden? Er sah mich an, lächelte und sagte: Welchen Flügel braucht ein Vogel zum Fliegen: den rechten oder den linken?‘“ So weit der Anfang der Geschichte.

Wie sehr sehnen wir uns danach, geliebt zu werden. Wie sehr brauchen wir es auch, von anderen Menschen wahrgenommen, wertgeschätzt und beachtet zu werden. Gerade im Altenheim mache ich immer wieder die Erfahrung: Solange die Menschen nicht sich selbst überlassen werden, geht es ihnen gut – trotz ihrer Einschränkungen und Beschwerden. Die liebevolle Zuwendung hält sie im Leben, auch im Leben mit der Gemeinschaft. Sie ziehen sich nicht zurück.

Doch ungenießbare Menschen machen es einem schwer, sie zu lieben. „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus“ sagt ein Sprichwort. Wer selbst liebenswürdig mit andern umgeht, erfährt, wie reich sein  Leben werden kann durch Begegnung, Gespräch, einen dankbaren Blick oder einfach ein Danke.

Wir sind wie ein Vogel. Wir brauchen beide Flügel: das Lieben und das Geliebtwerden. Wir bleiben nur beschwingt und leicht im Leben unterwegs, wenn wir lieben können und geliebt werden. Liebe – nicht als Automatismus, aber auch nicht als eine Forderung an den andern. Liebe ist eine Gabe. Ich glaube: Die Begabung dazu hat Gott uns schon ins Herz gelegt. Und sie ist uns als Aufgabe für unser Leben gegeben.

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