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Volkstrauertag
H. Hach/Pixabay

Volkstrauertag

Thomas Drumm
Ein Beitrag von

Thomas Drumm,

Evangelischer Pfarrer, Leiter der Akademiker-SMD, Marburg
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Heute ist Volkstrauertag. Ich habe an diesem Tag ein Bild vor Augen von Frauen und Männern. In schwarze Mäntel gehüllt. Sie stehen im Halbkreis. Auf dem Friedhof vor dem Ehrenmal. Eine kleine, überschaubare Gruppe. Es ist zugig und kalt. Der Bürgermeister hält eine Ansprache. Erinnert an die Toten aus den Weltkriegen und an die Opfer von Antisemitismus, Rassismus und Gewalt. Vertreter der Ortsgemeinde legen einen Kranz nieder. Man hält eine Gedenkminute. Manchmal spielt ein Trompeter noch eine Liedstrophe. Dann ist es auch schon vorbei. Irgendwie aus der Zeit gefallen, dieses Ritual. So scheint es.

Erinnerung ist wichtig

Dabei ist die Sache, um die es geht, so aktuell. Dass wir uns daran erinnern lassen: Gewalt schafft keine Lösungen, sondern nur Probleme. Kriege bringen keinen Frieden. Sie erzeugen Hass und Leid. Unsägliches Leid. Schmerzen. Entsetzen. Tote und Trauer.

Irgendwo ist immer Krieg

Man kann das so schnell vergessen, wenn man den Krieg nicht selbst erlebt hat – so wie meine Generation. Dabei ist der Krieg gar nicht weit weg. Vor den Toren Europas wird gekämpft in Syrien und in der Ukraine. Ich will nicht für selbstverständlich nehmen, dass ich hier in einem sicheren Land lebe und nur die Friedenszeiten kenne. Für mich ist das ein Grund, dankbar zu sein. Auch Gott gegenüber.

Frieden ist zerbrechlich

Meine Eltern und Großeltern haben es selbst erlebt: Frieden ist ein Geschenk und zerbrechlich. Immer gefährdet – in der großen Politik ebenso wie in den persönlichen Beziehungen.

Darum der Volkstrauertag – als Mahnung zum Frieden. Hass, Gewalt, Unrecht und Vertreibung sollen nicht das letzte Wort behalten. Gott will das Leben, nicht den Tod. So will ich die Gedenkveranstaltungen auf den Friedhöfen heute hören.

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