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"Meister, wo wohnst du?"
Bild: arek_socha_pixabay

"Meister, wo wohnst du?"

Bettina Pawlik
Ein Beitrag von

Bettina Pawlik,

Katholische Gemeindereferentin, Pastoraler Raum Main-Taunus-Ost
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Wer in eine neue Umgebung kommt, lernt meistens auch neue Menschen kenne. Und das finde ich immer spannend. Neue Menschen bieten neue Möglichkeiten, sich selbst zu erleben, andere Ansichten und Lebensstile kennen zu lernen.

Die Wohnung sagt viel über den Menschen aus

Und da finde ich es faszinierend, wenn mich jemand, den ich neu kennen gelernt habe, in seine Wohnung einlädt. Denn die Wohnung sagt sehr viel über einen Menschen aus. Wenn ich ihn in seiner Wohnung erlebe, kann ich ihn und sein Wesen viel besser einschätzen. Er oder sie wird mir mehr vertraut. Das fehlt mir zurzeit sehr, denn wir sollen uns ja möglichst nicht besuchen, und ich hoffe, das wird bald wieder anders.

Sie waren neugierig und wollten ihn besser kennenlernen

So etwas Ähnliches wird auch in der Bibel von Jesus und seinen ersten Jüngern erzählt. Es war am Jordan, Johannes der Täufer hatte dort gepredigt und getauft. Zu ihm kam auch Jesus aus Nazareth. Johannes erzählte seinen Freunden von Jesus. Das machte sie neugierig, und sie folgte, ihm. Wahrscheinlich wollten sie erfahren, was mit dem los war, über den Johannes gesprochen hatte. Als Jesus bemerkte, dass sie ihm folgten, hat er sie gefragt: Was wollt ihr? Und da antworten die Jünger mit einer Gegenfrage: Meister, wo wohnst du? Sie waren neugierig und wollten den Mann kennenlernen.

„Mäuschen spielen“ bei den Gesprächen zwischen Jesus und seinen Jüngern

Ich finde es toll, dass Jesus sie gleich eingeladen hat. Sicher haben sie viel miteinander gesprochen. Denn die Männer sind bei ihm geblieben und dann mit ihm durch das Land gezogen. Später sind sie dann seine Jünger geworden und haben auch noch andere mitgebracht. Was sie bei Jesus erlebt haben, über was sie mit ihm gesprochen haben, das erzählt uns das Evangelium leider nicht. Aber was sie mit ihm erlebt haben, das hat sie so fasziniert, dass sie nicht mehr Johannes, sondern Jesus gefolgt sind.

Die Geschichte gefällt mir. Sie macht mir Lust, immer mehr über Jesus zu erfahren und ihn so noch besser kennenzulernen. Denn ich glaube, dass er noch heute bei uns wohnt – und das nicht nur in der Kirche.

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