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Macht euch keine Sorgen
miriam fischer/Pexels

Macht euch keine Sorgen

Thomas Drumm
Ein Beitrag von

Thomas Drumm,

Evangelischer Pfarrer, Leiter der Akademiker-SMD, Marburg
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„Ihr sollt euch keine Sorgen machen“, hat Jesus einmal gesagt. Mit einer bemerkenswerten Begründung: „Euer Vater im Himmel weiß, was ihr braucht!“

"Anlässe zum Sorgen gibt es ja nun wirklich genug"

Der hat gut reden, denke ich. Anlässe zum Sorgen gibt es ja nun wirklich genug, wenn ich mit offenen Augen in die Welt schaue oder die Nachrichten höre – zumal in diesen Tagen. Und wäre es nicht geradezu unverantwortlich, weder an die Zukunft zu denken noch vorzusorgen? Auch Jesus hat ja nicht einfach blauäugig in den Tag hineingelebt.

Echte Sorgen setzen Energie frei

Wenn ich ihn richtig verstehe, dann unterscheidet Jesus zwischen einem unguten Sorgen und einem angemessenen Sorgen. Echtes Sorgen – also die Fürsorge für andere oder die Vorsorge für die Zukunft – das geht vom Kopf in die Hand. Solches Sorgen führt zum Handeln, setzt Energie frei: Ich mache mir Gedanken, plane und finde Lösungen, die ich angehen und umsetzen kann.

Es gibt aber auch Sorgen, die einen lähmen

Es gibt aber auch das andere Sorgen. Das meint Jesus, wenn er sagt, wir sollen uns keine Sorgen machen. Das Wort, das Jesus hier verwendet, bedeutet von seiner Wurzel her „Kopfdrehung“. Jesus spricht von Sorgen, Ängsten und Befürchtungen, die in meinem Kopf kreisen und auch dort bleiben. Die immer und immer wieder kommen. Sorgen, die mich gerade nicht zum Planen und Handeln führen, sondern mich lähmen und mir die Lebensfreude rauben.

Sorgen loslassen und vor Gott bringen, macht den Kopf frei

Solches Grübeln hilft niemandem. Diese Sorgen kann ich getrost sein lassen. Loslassen. Sie vor Gott aussprechen. Und sie dann ihm überlassen in dem Wissen: Gott wird sich um das kümmern, was ich nicht ändern kann, was zu groß für mich ist. So wie er sich um die Tiere kümmert und um die Pflanzen. So kümmert sich Gott auch um mich. Und so bekomme ich den Kopf frei, kann an die Zukunft denken und auch für andere sorgen.

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