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„Liebe, und was du willst, das tu!“ (Augustinus)
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„Liebe, und was du willst, das tu!“ (Augustinus)

Winfried Engel
Ein Beitrag von

Winfried Engel,

Ltd. Schulamtsdirektor i. K. i. R., Fulda
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"Liebe und tu, was du willst!" Dieses Wort ist zu einem geflügelten Wort geworden, ja, es hat im wahrsten Sinne des Wortes Flügel bekommen. Gemeint ist, es hat sich verselbstständigt, hat sich von seinem Urheber gelöst. Zugeschrieben wird es dem heiligen Augustinus von Hippo, dem großen Bischof und Kirchenlehrer aus dem 4. Jahrhundert. Doch der hatte etwas anders formuliert: "Liebe, und was du willst, das tu!" Augustinus wollte mit seinem Wort sicher keinen Freibrief ausstellen in dem Sinne, dass man alles tun dürfe, wenn man es nur mit Liebe täte. Nein, er wollte dazu auffordern, sich in allem Tun von göttlicher Liebe leiten zu lassen. Wenn jemand jetzt denkt, solche Unterscheidungen seien spitzfindig oder klein kariert, dann kann ich das verstehen, denn der Kern beider Aussagen ist der gleiche: Die Liebe wird zum Maßstab jeglichen Handelns. Und zwar nicht irgendein Verständnis von Liebe, das ich mir selbst mache, sondern die Liebe, die Gott den Menschen entgegenbringt. Und die ist grenzenlos, aber sie ist nicht beliebig. Sie fordert auch, aus ihr ergeben sich Regeln und Maßstäbe, die das Handeln in dieser Liebe bestimmen.

Vor gut 10 Jahren wurde ein Dokument veröffentlicht, das diesen Begriff "Liebe" in seinem Titel trägt: Caritas in veritate – die Liebe in der Wahrheit. Sein Autor ist kein geringerer als Papst Benedikt XVI.. Mit diesem Dokument reagierte der Papst damals auf die globale Wirtschaftskrise und nennt einige zentrale Punkte, die aus christlicher Sicht in dieser schwierigen Situation beachtet werden müssten.

Wie immer jemand zur Kirche oder kirchlichen Lehrschreiben stehen mag, mit der Kernaussage, dass Liebe ein das menschliche Miteinander entscheidend bestimmender Faktor ist, dürften sehr viele übereinstimmen. Eigene Erfahrungen werden dies bestätigen. Daran möchte ich mal wieder erinnern.

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