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Liebe ist der Weg zum Himmel
Bild: Myriams-Fotos/Pixabay

Liebe ist der Weg zum Himmel

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Heute geht Alex in seine Kirche. Er ist nicht besonders fromm und nicht oft in der Kirche. Heute aber schon. Alex ist evangelisch und liebt den Karneval. Der fiel ja aus. Der Aschermittwoch aber nicht. Den nimmt Alex ernst.

Das Aschekreuz als Zeichen von Gottes Nähe

Also geht er in die katholische Kirche. Und empfängt dort das Kreuz. Das Aschekreuz. Dieses Jahr nicht auf seiner Stirn. Es wird alles anders sein als früher, auch der Gottesdienst. Vor ein paar Jahren hat er das zum ersten Mal gemacht – es hat ihn sehr bewegt. Richtig verstanden hat er es damals nicht. Aber er hat sich kundig gemacht und gehört: Das kleine Kreuz ist Zeichen für Gottes Nähe. Das gefiel ihm. Seitdem war er immer dabei. Beim Karneval und beim "Aus und Vorbei".

Die Geschichte des Aschekreuzes

Längst kennt er die ganze Geschichte dieser Asche heute. Am Palmsonntag, also vor fast einem Jahr, gab es Palmzweige in der Kirche, im Gottesdienst. Die wurden gesegnet. Und nach dem Gottesdienst nicht weggeworfen. Sie werden nämlich noch gebraucht. Übers Jahr werden sie getrocknet und dann verbrannt, kurz vor Aschermittwoch. Dann kommt etwas Wasser zur Asche, damit sie nicht staubt und herumfliegt. Wer heute zum Altar geht, bekommt ein kleines Zeichen aus Asche. Im Coronajahr eher symbolisch.

Die Asche zeigt, dass wir vergänglich sind  

Die Asche zeigt, dass wir vergänglich sind. Wir sind nur Staub und Asche. Nein, eben nicht nur: Wir gehören zugleich Gott, der auf uns achtet und uns schützt. Das sollen wir nicht nur hören, weiß Alex jetzt, sondern auch fühlen. Das Zeichen aus Asche zeigt uns den Tod – und zugleich das Leben bei Gott. Wunderbar. Verstehen ist das Eine, fühlen das Andere. Heute kommt beides zusammen.

Wenn etwas zu Ende ist, schafft Gott etwas Neues.

Es geht also um alles heute. Um Tod und Liebe. Aus und Vorbei – aber auch Leben und Liebe. Bei Gott ist alles möglich. Das will Alex hören und fühlen. Deswegen geht er heute zur Kirche. Mit den anderen, die das auch nötig haben. Das Leben ist nicht vorbei, nur weil Feste zu Ende sind. Das Leben ist nie vorbei. Wenn etwas zu Ende ist, schafft Gott etwas Neues. Das müssen wir nicht verstehen. Hauptsache wir fühlen es. In jedem Bisschen Liebe. Jeden Tag. Liebe ist der Weg zum Himmel.

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