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Die Erde ist nicht alles
Bild: Myriams-Fotos/Pixabay

Die Erde ist nicht alles

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Er wurde nur achtzehn Jahre alt; Emilio, der Sohn des deutschen Fußballers Michael Ballack. Bei einem Unfall in Portugal kam er ums Leben. Viele Zeitungen berichteten davon. Der Vater ist ja berühmt. Jetzt müssen er und die Mutter des Jungen weiterleben mit dem frühen Tod ihres Kindes.

Wenn ein Kind stirbt, bleibt die Zeit der Eltern stehen. Dann leben sie in zwei Zeiten. In der echten Zeit und in einer gefühlten Zeit. Das Gefühl fragt immer: Wie wäre es, wenn unser Kind noch lebte? Wie sähe es aus? Was wäre aus ihm geworden? Darüber kommt man nie hinweg, wenn Kinder sterben. Auch nicht, wenn Erwachsene früh sterben. Das fühlt sich an wie gegen die Natur. Und Zeit heilt eben keine Wunden, auch wenn das oft behauptet wird. Zeit überdeckt Wunden - aber sie reißen doch immer wieder auf. Bei Eltern manchmal, wenn sie älter werden und ihnen ihr Kind immer mehr fehlt.

Es gibt keinen Trost, erst einmal. Jeden Tag denken Eltern daran. Oft müssen sie davon sprechen. Wichtig ist, dass jemand auf sie hört. Immer wieder. Das wird oft der einzige Trost: dass jemand die Trauer spürt. Und teilt. Diese dunkle Stelle im Leben, die immer bleibt. Wer darüber sprechen und weinen kann, denen wird oft etwas leichter ums Herz. Dann ist vielleicht auch wieder etwas Raum für die eine, große Hoffnung: Wir werden einander wiedersehen. Die Erde ist nicht alles. Es gibt auch eine Welt bei Gott. In der muss niemand leiden. Denn Gott selbst wird dort alle Tränen von unseren Augen abwischen. Für immer.

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