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Besonderer Bet-Tag
Bild: pete_linforth_pixabay

Besonderer Bet-Tag

Beate Hirt
Ein Beitrag von

Beate Hirt,

Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim hr, Frankfurt
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Er steht immer noch im Kalender, obwohl er in den meisten Bundesländern längst kein Feiertag mehr ist: der Buß- und Bettag. 1995 wurde er als Feiertag kassiert, um die Pflegeversicherung zu finanzieren. Und ehrlich: Ein bisschen altmodisch klingt er ja selbst für gläubige Christinnen. Buß- und Bettag? Beim genaueren Hinschauen ist vielleicht sogar das Wort Buße gar nicht so altbacken. Aber mich interessiert heute noch mehr der Bet-Tag. Beten ist ja für viele Menschen heute auch nicht mehr so üblich. Sich an Gott wenden, an eine höhere Macht und sie um etwas bitten oder ihr für etwas zu danken? Brauch ich nicht, sagen viele. Ist mir fremd.

Gott am Morgen um einen guten Tag bitten

Ich möchte heute davon erzählen, wie mir das Beten hilft. Gerade in Krisenzeiten wie dieser Corona-Krise. Ich bete ziemlich viel und ziemlich unterschiedlich. Wo beten anfängt und aufhört: Das ist ja auch ein bisschen Definitionssache. Ich starte morgens gerne in den Tag mit einem Gebet. Das ist oft gar nichts Langes und Vorgefertigtes, ich bin ein ziemlicher Morgenmuffel, es muss schnell gehen. Beten ist manchmal nur ein Seufzen, das sagt übrigens schon die Bibel. Danke, Gott! sag ich zum Beispiel. Danke, dass ich gesund aufgewacht bin. Und in einem warmen Bett schlafen durfte. Alles ja nicht selbstverständlich, weiß ich. Oder auch: Bitte, lieber Gott, lass heute dies oder jenes gut klappen. Und lass mich diesen oder jenen Menschen treffen, der mir gerade guttut. Und so wird aus meinem kleinen Morgengebet oft gleich ein kleiner Tagesvorblick. Was wird’s heute so geben, was steht an? Wenn ich Gott um einen guten Tag bitte, komm ich leichter aus dem Bett.

Klosterzeit, um mit Gott in Austausch zu gehen

Aber auch ausführlichere Gebetszeiten pflege ich, und auch die tun mir gut. Im Oktober war ich endlich mal wieder eine Woche in meinem Lieblings-Kloster. Was ich dort besonders genieße: Zeit für mich und Zeit für Gott. Oft sitze ich dort eine halbe Stunde in der Kirche und bin einfach nur da. Lass die Gedanken schweifen. Halte meine Sorgen und mein Glück Gott hin und sage: Hier bin ich! Das bin ich! Sei bei mir Gott. Sortier mich. Und gib mir neue Kraft.

Etwas verändert sich dann in mir

Es ist nicht so, dass ich bei diesen langen und kurzen Gebeten direkt eine Antwort bekäme. Aber irgendwie spüre ich: Etwas verändert sich in mir. Zum Besseren. Und ich glaube daran: Da ist jemand, eine höhere Kraft und Macht, die mir begegnet.

Beten verbindet mich mit den Menschen

Beten ist übrigens etwas, was mich nicht nur mit Gott verbindet. Ich bete für Menschen, die krank sind oder trauern. Ich bete für unsere Welt, dass sie die Corona-Krise einigermaßen gut übersteht. Und ich fühl mich dabei als Teil der Gemeinschaft und verbunden mit den Menschen.

Heute mal beten ausprobieren

Mir tut beten gut. Ich kann es empfehlen, jede kann es ausprobieren, vielleicht nur mit einem Stoßseufzer: Bitte hilf mir, lieber Gott! Heute, am Buß- und Bet-Tag, ist ein guter Tag dafür.

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