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Von Jesus berührt
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Von Jesus berührt

Bettina Pawlik
Ein Beitrag von

Bettina Pawlik,

Katholische Gemeindereferentin, Pastoraler Raum Main-Taunus-Ost

Es gibt eine Geschichte von Jesus, die liebe ich sehr. Und immer wieder, wenn ich sie höre, entdecke ich etwas Neues in ihr. Man findet diese Geschichte in der Bibel im Markusevangelium, im 5. Kapitel. (Mk 5,24b-34)

Jesus ist unterwegs, um ein krankes Kind zu heilen. Da fasst ihn eine Frau von hinten an. Seit zwölf Jahren war sie krank. Andauernde Blutungen machten ihr zu schaffen. Sie hatte schon alles Mögliche versucht, um gesund zu werden. Für Ärzte hatte sie ihr ganzes Geld ausgegeben. Doch nichts hatte ihr geholfen.
Jesus ist nun ihre letzte Hoffnung. Sie berührt sein Gewand, und plötzlich ist sie geheilt: Jesus, der bemerkt, was geschehen ist, blickt die Frau an und redet mit ihr: „Meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet.“ Durch das Vertrauen zu Jesus wurde sie gesund.

Ich bewundere diese Frau. Was die sich getraut hat! Eine Frau, die an Blutungen leidet, war nämlich im Judentum unrein. Sie durfte niemand anfassen – schon gar nicht den berühmten Rabbi aus Nazareth. Und dann, als sie merkt, was mit ihr geschehen ist, da ist sie noch einmal mutig! Sie verschwindet nicht einfach heimlich in der Menge, sondern redet mit Jesus. Ganz offen spricht sie über das, was geschehen ist. Dass die Frau sich traut, gefällt mir. Aber auch Jesus beeindruckt mich in dieser Geschichte. Obwohl er es eilig hat. nimmt er sich Zeit für die Frau. Er lässt sich von ihr anfassen und ärgert sich nicht über sie. Ja, er lobt sie sogar für das, was sie getan hat: „Meine Tochter, dein Glaube hat Dich gerettet:“ (Mk 5, 34) Sicher war die Frau nicht viel jünger, wahrscheinlich sogar älter als Jesus. Trotzdem spricht er sie als Tochter an. Das ist hier ein Ehrentitel. Sie ist wegen ihrer Krankheit nicht unwürdig, sondern eine Tochter Gottes.

Von dieser Frau kenne ich nicht mal den Namen, Den hat uns der Evangelist leider nicht aufgeschrieben. Trotzdem ist diese Frau ein Vorbild für mich. Sie hat in ihrer Krankheit das Vertrauen nicht verloren, dass ihr einer helfen kann. Und sie ist auch bereit, für diese Heilung etwas Außergewöhnliches zu wagen: Das Vertrauen zu Jesus ist für die wichtiger als alte Sitten. Und sie hat Mut! Der kommt auch aus diesem Vertrauen. Ich hoffe, dass mir der Gedanke an sie hilft, so zu werden wie sie.

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