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Weihnachtspost
Bildquelle: pixabay

Weihnachtspost

Gudrun Olschewski
Ein Beitrag von

Gudrun Olschewski,

Evangelische Pfarrerin, Pfungstadt

„Alle Jahre wieder“ bin ich zu spät dran mit meiner Weihnachtspost. Schon wieder ist es allerhöchste Zeit. In diesen Tagen müssen sie geschrieben werden: die Karten, mit denen ich Verwandten, Freunden oder Bekannten ein schönes Fest wünsche. Schon vor einiger Zeit habe ich die Karten gekauft. Der Stapel liegt auf meinem Schreibtisch ganz oben auf. Das Bild auf der Karte ist eine Krippe, die Figuren wahrscheinlich aus Holz geschnitzt. Das Ganze mit einem Rahmen von Tannenzweigen umgeben.

Gekauft habe ich die Karte wegen der Worte, die unter der Krippe stehen. „Das ist das Wunder der Heiligen Nacht“, lese ich da, „dass ganz traurige Leute ganz fröhlich werden können.“ Ich jedenfalls hoffe, dass das stimmt. Ein einfaches Jahr ist es nämlich nicht gewesen – was mich betrifft, und trotzdem soll sich Weihnachtsfreude einstellen. Denn das, was traurig war, wird mit mir gehen in die Weihnachtszeit.

Und trotzdem. Mir steigt mir der Duft des Kaffees in die Nase, den ich gleich trinken werde. Ich rieche die Lebkuchen, die ich gebacken habe. Der Adventskranz vor mir verströmt den Duft von Tannengrün. Das tut mir gut. „Das ist das Wunder der Heiligen Nacht, dass ganz traurige Leute ganz fröhlich werden können.“

Die Worte und die Krippe auf meiner Karte gehören zusammen. Miteinander können sie Mut machen – alle Jahre wieder auch mit der Weihnachtspost. Menschen, die eine Aufmunterung brauchen, gibt es genug. Wer meine kriegen soll, weiß ich schon.

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