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Spaziergang mit einer Biologin
Bildquelle: Bonnie Henderson/Pixabay

Spaziergang mit einer Biologin

Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg
Ein Beitrag von Dr. Burkhard Freiherr von Dörnberg, Evangelischer Pfarrer, Issigheim / Bruchköbel
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Es war an der Küste Australiens, im heißen und trockenen Norden: meine Frau und ich wollen frühmorgens durch die Dünen zu einem wunderschönen, romantischen Leuchtturm. Gemeinsam wandern wir in den Sonnenaufgang hinein.
Wobei „wandern“ nicht ganz richtig ist, denn sie bleibt alle zwei oder drei Schritte stehen. Jedes Mal ruft sie begeistert: „Schau mal dort“, „Guck mal hier!“ und wieder hat sie eine Pflanze entdeckt, die ihr unbekannt ist. Wieder bestaunt sie eine Knospe oder begutachtet die Spur einer Schlange oder eines Kängurus.
Und Ich denke: Typisch Biologin, in dem Tempo kommen wir nie am Leuchtturm an.
Ich werde ungeduldig und will meine Frau gerade drängeln, zügiger weiterzugehen.
Da sieht sie mich lächelnd an und sagt: „Das ist doch genau das, wovon du als Pfarrer immer redest, das sind doch die Wunder der Schöpfung Gottes.“
Hm. So gesehen… ich schaue selbst einmal genauer hin.
Stimmt schon. Verwunderlich: Wie kommt es, dass mitten unter der brennend heißen Sonne Australiens so bunte und vielfältige Pflanzen im Sand blühen? Und sogar zwischen den Steinen leben und gedeihen?
Gemeinsam wundern wir uns. Fast wie ein bunter Löwenzahn auf grauem Asphalt Zuhause, so wächst hier eine knallrote Blüte aus dem Sand heraus. Dabei ist von Wasser keine Spur. Und wo versteckt sich das Känguru, das vor wenigen Sekunden hier entlang gesprungen sein muss?
Faszinierend was es da alles zu entdecken gibt, wenn man sich darauf einlässt.
Meine Frau als Biologin erklärt mir, was die Pflanzen und Tiere unternehmen, um mit noch so wenig Wasser, bei noch so viel Wind und Hitze zu überleben und Leben weiter zu geben.
Und auch wenn die Biologie viel erklären kann – für meine Frau und mich bleibt es ein Wunder, dass es all das überhaupt gibt. Und innerlich sage ich: „Danke, lieber Gott."

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