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„Rettet die Bienen!“
Bildquelle: Pixabay

„Rettet die Bienen!“

Gunnar Bach
Ein Beitrag von

Gunnar Bach,

Katholischer Pastoralreferent, Pfarrei Liebfrauen, Westerburg
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Früher, wenn ich lange Strecken Autobahn gefahren bin, war die Frontscheibe voller Insekten – heute ist das längst nicht mehr so. Es gibt weniger Insekten. Auch weniger Bienen. Bienen und Menschen, das wissen wir heute noch besser als früher, sind aufeinander angewiesen. Und als Christ würd‘ ich ergänzen: Wir sind auch miteinander verbunden, dadurch, dass wir alle Geschöpfe Gottes sind.
„Rettet die Bienen“ – so heißt das Volksbegehren, das diese Woche 18,4 Prozent der wahlberechtigten Bayern unterschrieben haben. In den vergangenen zehn Jahren wurden 75 Prozent weniger Bienen gezählt. Weniger Insekten – das bedeutet auch weniger Fische, weniger Frösche, weniger Eidechsen, weniger Vögel. In Bayern gibt es nur noch halb so viele Feld- und Wiesenvögel wie vor 30 Jahren.
Ändern ließe sich das durch: Mehr Ökologische Landwirtschaft!  Denn durch Flächenversiegelung und Intensivlandwirtschaft haben die Insekten immer weniger Lebensraum.  Und weniger Pestizide einsetzen! Der Bauernverband sieht das als Angriff. Ich finde das Insektensterben besorgniserregend, und ich kann mich vielen Forderungen des Volksbegehrens in Bayern anschließen. Ich glaube: es muss mehr ökologische Landwirtschaft geben, und ich kaufe deswegen auch selbst oft Bioprodukte.
Ich habe den Eindruck: immer mehr Menschen, auch in den Kirchen, setzen sich für die Bewahrung der Schöpfung ein. Gestern gab es in meinem Nachbardorf eine Mahnwache gegen die Abholzung eines Waldes. Zwölf Fußballfelder Wald sollen für einen Autohof abgeholzt werden! In unserer Pfarrei treffen wir uns regelmäßig zu veganen Kochabenden und thematischen Gebetswanderungen in Gottes Schöpfung. Die Gruppe, die dazu einlädt, nennt sich „Laudato si“. Auf Deutsch heißt das „Gelobt sei der Herr“. Papst Franziskus hat vor ein paar Jahren an alle Menschen guten Willens einen Brief geschrieben, den er auch so genannt hat. Auch der Papst setzt sich darin gegen das Artensterben ein.
Der heilige Franz von Assisi hat schon vor 800 Jahren in seinem Sonnengesang gebetet: „Gelobt seist du, mein Herr, für unsere Schwester, Mutter Erde, die uns erhält und lenkt und vielfältige Früchte hervorbringt, mit bunten Blumen und Kräutern.“ Schon damals also ging‘s um Artenvielfalt – die es ohne die Bienen damals wie heute nicht gäbe! Die Bienen und Insekten müssen gerettet werden!

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