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Offene Türen - eine Einladung
Bildquelle: pixabay

Offene Türen - eine Einladung

Michael Friedrich
Ein Beitrag von

Michael Friedrich,

Volkshochschulleiter und Diakon, Hosenfeld
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In der Hochzeit der Corona-Krise, während des Lockdowns, waren viele Kirchentüren verschlossen. Manche Gemeinden hielten jedoch die Kirchen offen. Wegen des Kontaktverbotes mussten sie aber auch da, während der Aufzeichnung oder des Livestreamens von Gottesdiensten, geschlossen werden. So konnte man auch während der religiösen Feiern die Stadtpfarrkirche von Fulda nicht besuchen. Das hat die Innenstadtpfarrei besonders hart getroffen. Denn deren Pastoral fußt auf dem Konzept der offenen Tür. Als sichtbares Zeichen und Symbol dafür, ist das große Portal der barocken Stadtkirche immer geöffnet. Es ist Ausdruck des Selbstverständnisses und des Programmes der Gemeinde: Alle sind herzlich willkommen und eingeladen einzutreten, egal welcher Sprache und Hautfarbe, egal welcher Konfession oder Religion die Personen angehören.
Als Mensch freue ich mich über geöffnete Türen, ich bin neugierig auf das was dahinter liegt. Ich kenne aber auch das Gefühl froh zu sein, wenn ich eine Tür hinter mir verschließen kann, um Ruhe zu haben, um zu entspannen und mich zu erholen. Andererseits: Stehe ich vor einer verschlossenen Tür und man lässt mich nicht herein, fühle ich mich nicht dazugehörig und ausgegrenzt. Und es kann noch schlimmer kommen: Wenn mir jemand die Tür vor der Nase zuschlägt. Zum Wesen der Tür gehört die Schwellenfunktion, es gibt ein davor und ein dahinter. Zum Wesen des Menschen gehört das Werden, und das zu jedem Zeitpunkt des Lebens. Es wird immer neue Türen geben, die wir öffnen und neue Räume, die wir durchschreiten. Zu diesem Werden, zu den Räumen, die ich durchschreite, gehört auch mein Glaube.

In der Bibel wird das Bild von der Tür oft verwendet und zwar dort, wo Gott befreit und erlöst, wo er vergibt und Zukunft eröffnet. An einer Stelle, nämlich im Johannesevangelium bezeichnet sich Jesus selbst als die Tür: "Ich bin die Tür, wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden" (Joh. 10,9). Da ist Jesus die Schwelle zu einer glücklichen Zukunft. Wer durch diese Tür geht wird genug zum Leben haben, er wird die Fülle des Lebens erfahren. Als Christ darf ich darauf vertrauen, dass Jesus ein offenes Herz für mich hat, dass er mich tragen und mein Leben erfüllen kann. Das ist eine wahrhaft froh machende Aussicht. Eine Botschaft zu der auch die offene Pforte der Stadtpfarrkirche in Fulda die Besucher der Innenstadt einlädt.

Es liegt in der Freiheit jedes einzelnen Menschen Einladungen anzunehmen. Das gilt sowohl für das Angebot der Innenstadtpfarrei als auch das Angebot Jesu, ihn in das Leben zu lassen.

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