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Madonna
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Madonna

Dr. Klaus Depta
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Dr. Klaus Depta,

Katholischer Rundfunkbeauftragter, Fulda
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Moderator/in: Zählt man alle Singles und Alben von Madonna zusammen, dann war sie mehr als 31 Jahre lang in den deutschen Charts. Damit ist sie bei uns die mit Abstand erfolgreichste Sängerin. Klaus Depta von der Katholischen Kirche: Ist sie aus kirchlicher Sicht auch die umstrittenste Sängerin?

Also, Madonna ist eine Meisterin der Provokation. Deshalb hüpft sie 1989 auch im Videoclip zu „Like A Prayer“ in Unterwäsche durch eine Kirche und deutet ein Verhältnis zum gekreuzigten Jesus an. Dass dazu dann noch ein paar brennende Kreuze gezeigt werden, brachte damals den Vatikan auf die Palme. Das christliche Symbol für die Auferstehung, den Sieg über den Tod, in Flammen – das ging gar nicht. Und ein Verhältnis mit Gott erst recht nicht. Dass damals Schnappatmung angesagt war, ist schon nachvollziehbar. 

Du betonst das „damals“. Glaubst du aus heutiger Sicht, das Ganze war alles halb so schlimm?

Na ja, manche Provokation kann man heute durchaus etwas gelassener sehen. Aber Madonna verletzt weiterhin immer wieder religiöse Gefühle gläubiger Christen. Zum Beispiel als sie 2006 im Video zu einem Song selbst mit Dornenkrone am Kreuz hängt.

Was meinst du: Kann man also als Christ Songs von Madonna hören?

Madonna inszeniert immer irgendetwas, um ihre Musik zu verkaufen. Und einen Teil ihrer Einnahmen verwendet sie durchaus für Karitatives, auch wenn der Zweck nicht immer die Mittel heiligt. Was aber ihre Songs selbst anbelangt: Da gibt es einfach viele tolle Songs, von denen sich viele Menschen gut unterhalten fühlen. Also Songs von Madonna zu hören: Das ist für mich überhaupt kein Problem.

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