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Gebet am Wegesrand
Bild: pixabay

Gebet am Wegesrand

Simone Twents
Ein Beitrag von

Simone Twents,

Referentin für Glaubenskommunikation und Pastorale Innovation, Fulda
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Ich war kürzlich walken in der Rhön. Der erste schöne warme Tag im Jahr, grüne Wiesen, Rapsfelder, Vögel zwitschern und ich mittendrin. Es war eine Wonne! Ich hatte so viele rasende Gedanken aus der Arbeitswoche mitgebracht rund um ein sehr herausforderndes und aufregendes Projekt mit viel Verantwortung. Es hat mir keine Ruhe gelassen.

Bei meinem wunderschönen Walk kam ich an einer kleinen Kapelle vorbei, die mich mit ihrer offenen Tür magisch eingeladen hat. Also habe ich mich kurz hineingesetzt. Um mal tief durchzuatmen. Meine rasenden Gedanken zum Projekt zu relativieren. Ich hab so auf Gott geschaut und hab mir gesagt: Ich bin nicht alles. Du bist auch noch da. Dann habe ich diese Worte in mein Herz fallen lassen wie in einen Brunnen, bis ein Echo zurückkam. Ja, stimmt, ich bin nicht alles. Du bist auch noch da.

Beim Rausgehen sah ich so einladende Zettel, die man schreiben konnte und vor dem Altar in einem Krug ablegen konnte. Ich dachte mir: Ach schön, da greife ich zu. Auf dem leeren Zettel war aufgedruckt:

  • Ich danke … 
  • Ich bitte …
  • Ich schenke …

Ich hatte die Auswahl, was ich Gott sagen will. Ob ich ihm danken will, ihn um etwas bitten will oder ihm etwas schenken will. Das hat mich angesprochen und mir kam mein herausforderndes und mich total innerlich besetzendes Projekt von der Arbeit in den Sinn. Und bei mir hat’s gezündet: Ich hab mir gedacht, ja genau: Ich wähle alle drei! Ich danke dir, Gott, für die Möglichkeiten des Projekts. Ich bitte dich für das Projekt, Gott, denn es übersteigt mich, ich schaffe das nicht alleine. Ich brauche dich. Es soll anderen dienen. Ich will das nicht aus dem Auge verlieren. Und ich schenke es dir. Es gehört mir nicht alleine, es ist nicht mein Eigentum. Ich schenke es dir. Du darfst es besitzen und gebrauchen in deinem Sinne und gestalten. Das Schenken war das Befreiendste von allen dreien. Ich habe diesen Zettel vor dem Altar in den Krug geworfen und ab dann hatte ich das Gefühl, dass etwas wirklich Neues in meine Gedanken über die Arbeit gekommen ist und in mein Projekt. Es ist nicht mehr die Summe meiner Leistung, sondern Teil meiner Beziehung mit Gott. Ergänzt um die Möglichkeiten Gottes: Ich danke, ich bitte, ich schenke es dir!

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