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Ein silberner Adventskalender
Bildquelle: pixabay

Ein silberner Adventskalender

Maike Westhelle
Ein Beitrag von

Maike Westhelle,

Evangelische Pfarrerin, Studienleitung am Studienhaus Marburg
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Adventskalender zählen die Tage bis Weihnachten. Es gibt es sie in allen möglichen Varianten: mit Bierflaschen, Parfümproben, Pralinen, Teebeuteln. Für Kinder verstecken sich verschiedene Spielzeuge oder Sammelfiguren hinter den Türchen.
Ich finde die selbstgebastelten Kalender am schönsten.

Dieses Jahr habe ich einen silbernen Adventskalender gestaltet. Zum Silber-Jubiläum. Denn schon seit 25 Jahren bastele ich für meine beste Freundin jedes Jahr einen neuen Adventskalender – und sie für mich. Im Laufe der Zeit haben wir uns gegenseitig schon einige tolle Varianten geschenkt. Da gab es CDs mit einem Witz für jeden Tag, Kochrezepte und Gewürze, selbstgebackene Plätzchen, Gedichte, ein Spiel in 24 Päckchen verpackt.

Zuerst hatte ich in diesem Jahr keine gute Idee. Alles schon mal dagewesen, nach 25 Jahren. Mir ist dann doch noch etwas eingefallen: Es gibt jetzt Liedzeilen, aufgeschrieben,  silbern verpackt und wie Perlen an einer Schnur aufgereiht. Für jeden Tag im Advent eine Melodie. Es sind Lieder mit Ohrwurm-Charakter, die wir als Jugendliche in der Kirche oder in der Jugendstunde gesungen haben. Zum Beispiel Laudato Si, Danke für diesen guten Morgen oder Gott hält die ganze Welt in seiner Hand…
Die Freundin liest jetzt jeden Morgen die erste Strophe eines Liedes. Im Auto auf dem Arbeitsweg kann sie dann laut singen. Wieviel Zeilen des Liedes hat sie wohl noch im Kopf und im Herzen?

Was mich besonders begeistert: Mit den christlichen Lieder kommt der Advent selbst zum Klingen. Advent schenkt „Ankunft“: Gott kommt uns nah! Ich spüre das bei dem Lied, das jeden Adventssonntag bei meiner Freundin und auch in unserer Familie gesungen wird: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit, es kommt der Herr der Herrlichkeit!

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