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Down coolen - Mit Jesu Augen sehen lernen
Bild: StockSnap/Pixabay

Down coolen - Mit Jesu Augen sehen lernen

Bernd Spriestersbach
Ein Beitrag von Bernd Spriestersbach, Evangelischer Pfarrer i. R., Fulda
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Auf dem Weg zur Arbeit stehe ich morgens im Stau. Fast täglich das gleiche Spiel: Auf den letzten Metern vor der Ampel will einer von der linken Spur auf die rechte. Hat die Schlange überholt. Will sich vordrängeln. Ich rege mich auf. „Rüpel!“ ist eine meiner netteren Beschimpfungen.

Diese Spezies Autofahrer sind die einen. Schlechte Autofahrer -meinem Urteil nach- die anderen. Nicht blinken. Zu langsam fahren. Mich behindern. Ich kann mich über so was ganz schön aufregen.

Ein Radiomoderator hat kürzlich gefragt: „Wie coolen Sie denn down beim Autofahren?“ Gute Frage. Zunächst einmal mache ich mir Luft. Schimpfe. Gestikulieren, nein, das mache ich nicht. Aber verbal bin ich gut dabei. Und das tut mir gut. Der Ärger ist erst einmal raus. Dann komme ich auch wieder ‚runter‘. Rege mich ab. Beruhige mich. ‚Coole down‘.

Meine Frau sagt in solchen Fällen: „Jetzt reg dich doch nicht so auf. Machst du keine Fehler?“

Kleinlaut werde ich dann. Ein rücksichtsloser Autofahrer bin ich nicht. Aber das Blinken habe ich auch schon vergessen. Auf der Autobahn den hinter mir Fahrenden nicht gesehen und die Überholspur blockiert. Vor der Ampel geträumt und bei ‚grün‘ nicht losgefahren… Ist mir alles schon passiert. Was werden die anderen sich über mich aufgeregt haben…

„Warum siehst du jeden kleinen Splitter im Auge deines Mitmenschen, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?“ fragt Jesus (Mt 7,3). Mit Jesu Augen sehen. Das hilft ‚down zu coolen‘. Die neue Woche ist ein gutes Übungsfeld dafür.

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