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Der Herr segne dich
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Der Herr segne dich

Ein Beitrag von

Sandra Matz,

Pfarrerin, Evangelisches Gemeindenetz an der Nördlichen Bergstraße, Alsbach

Ein Lächeln von einer Person, die einem wichtig ist, kann viel Kraft geben. Und es raubt Kraft, wenn man mit wichtigen Personen im Clinch liegt. Wenn einen jemand anstrahlt, dann ist das ein Geschenk.

Jetzt zur Ferienzeit kann man das oft am Bahnhof beobachten – wie sich Menschen mit weit ausgebreiteten Armen entgegenrennen. Die meisten von uns sind auf solche liebevollen Blicke angewiesen und auf die Beziehungen, die dahinterstehen. Der liebevolle Blick der Eltern – im Besonderen der, der Mutter ist für ein Kind sogar überlebensnotwendig. So erfährt es sich als geliebtes Wesen und spürt dadurch: „Ich bin wirklich da. Es gibt mich. Und das ist gut so.“ Das ist der erste Schritt zu einer eigenen Identität.

Die Menschen, die die Geschichten der Bibel aufgeschrieben haben, waren sich der Kraft eines liebenden Angesichts bewusst. Der bekannteste Segen der Bibel lautet: „Der Herr segne Dich und behüte Dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei dir gnädig!“ Diese Worte werden am Ende eines jeden Gottesdienstes gesprochen. Gott sieht den Menschen so an, wie Eltern im besten Fall ihr Kind: voller Liebe.

Den meisten Erwachsenen ist es gelungen, ein stabiles Selbstbewusstsein zu entwickeln, das auch dann Bestand hat, wenn es in Frage gestellt wird. Denn das gibt es ja auch immer wieder: unangemessene Kritik, ein schräger Blick vom Chef, ein unachtsames Wort der Partnerin. Niemand ist perfekt und wir sitzen alle im selben Boot, angewiesen auf Zuwendung.

Wer weiß, dass Gott ihn liebevoll betrachtet, der kann mit fröhlicher Gelassenheit auch als erwachsene Person sagen: „Ich bin wirklich da. Es gibt mich. Und das ist gut so.“ Egal was andere denken.

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