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Blowin' in the Wind
Bild: free_photos_pixabay

Blowin' in the Wind

Ute Klewitz
Ein Beitrag von

Ute Klewitz,

Pastoralreferentin, Mentorin für Lehramtsstudierende mit dem Fach Katholische Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz
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„Wie viele Straßen auf dieser Welt sind Straßen voll Tränen und Leid?“ so beginnt ein Lied von Bob Dylan. Das Lied ist damals 1963 innerhalb kürzester Zeit zu einer Hymne der amerikanischen Bürgerbewegung geworden, und es ist auch heute noch sehr bekannt. Ein zeitloses Lied gegen Krieg und Zerstörung und für Frieden und Zusammenhalt. Spannend an dem Lied finde ich das Gegenüber von Fragen und dem Refrain, der sagt: „Die Antwort liegt im Wind“ „The answer is blowing in the wind.“ – das ist auch der Titel des Liedes: „Blowin‘ in the wind“.

Fragen – was kann ich verändern, was nicht

Die vielen rhetorischen Fragen, die in diesem Lied gestellt werden, wirken auf mich ambivalent. Sie erzeugen in mir eine Spannung. Eine Spannung zwischen dem, was Menschen verursachen, und dem, was in der Natur geschieht. Da gibt es die Fragen nach Kämpfen und Krieg, nach unfreien und toten Menschen ... Und daneben gibt es die Fragen nach dem, was in der Natur geschieht: nach Tauben, die im Sand schlafen, nach Bergen, die im Meer verschwinden … Die Antwort auf all diese Fragen heißt „Blowin‘ in the wind“. Da frage ich mich, wie kann ich das „die Antwort liegt im Wind“ verstehen? Das, was in der Natur geschieht, lässt sich nicht von Menschen beliebig verändern. Da gibt es Grenzen. Aber das, was der Mensch macht, das lässt sich – so denke und hoffe ich – verändern.

Schwere Fragen werden fortgeweht und machen Raum für Neues

Gerade in dem Bild „Wind“ steckt für mich Kraft, eine Kraft, die verändern kann. Auch die Religionen kennen das Bild des Windes - als Zeichen der Gegenwart Gottes oder auch als im Wind flatternde Gebetsfahnen, eben auch als Zeichen des Veränderns durch das Göttliche: So werden schwere Fragen fortgetragen, und es entsteht Raum für neue gute Fragen. „Blowin‘ in the wind“: Für mich steckt die Antwort wirklich im Wind: in der göttlichen Kraft, die mir hilft zu entscheiden: was soll bleiben, was kann ich ändern …

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