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Vatikan hat die dicksten Mauern
Bild: Pixabay

Vatikan hat die dicksten Mauern

Dr. Klaus Depta
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Dr. Klaus Depta,

Katholischer Rundfunkbeauftragter, Fulda
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Moderator/in: Anmoderation

Der längste Shutdown aller Zeiten – der lähmt zurzeit in den USA immer mehr den Staat. Und das alles wegen der von Donald Trump geplanten Mauer zu Mexiko. Vor kurzem hat der US-Präsident gesagt, wer sich über seine geplante Mauer aufrege, solle sich einmal die Mauern des Vatikan ansehen. Der habe nämlich die dicksten Mauern. Klaus Depta von der katholischen Kirche: Stimmt das?

Ja und nein. An der Grenze zwischen Vatikanstaat und Italien steht auf einem sehr kleinen Stück eine alte Festungsmauer mit Schießscharten und Wachttürmchen. Die ist rund 500 Jahre alt und steht unter Denkmalsschutz. Ansonsten gibt es allenfalls hüfthohe Metallgitter, die diese – genaugenommen – Landesgrenze markieren. Vor allem aber: Dazwischen gibt es Übergänge, an denen du jederzeit diese Grenze überqueren kannst.

Wie streng sind die Kontrollen an dieser Grenze?

 

Überhaupt nicht streng. Ausweiskontrolle – Fehlanzeige. Rucksackcheck – den gibt es nicht beim Betreten des Vatikanstaats, sondern erst, wenn du die vatikanischen Museen oder den Petersdom betreten willst. Also völlig normal, nichts Besonderes. Diese fehlende Kontrolle – die ist unbedingt gewollt.

Warum ist das so?

Im Vatikan befinden sich verschiedene Institutionen, die gut erreichbar sein sollen: eine Ambulanz für Obdachlose, Rundumversorgung für arme Familien, Suppenküche und Kleiderkammer. Und das ist der Unterschied zur von Donald Trump geplanten Mauer: Trump will Bedürftige, Arme, sozial Schwache aus seinem Land fernhalten – der Papst will, dass jeder, der Hilfe braucht, ungehindert kommen kann. Insofern: Dicke Mauern im Vatikan – ja, zum Teil. Aber nicht, um Menschen fernzuhalten.

 

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