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Schwänzen fürs Klima

Schwänzen fürs Klima

Gunnar Bach
Ein Beitrag von

Gunnar Bach,

Katholischer Pastoralreferent, Pfarrei Liebfrauen, Westerburg
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Heute ist wieder Freitag. Ein Freitag für die Zukunft, wenn es nach der gleichnamigen Schülerstreikbewegung „Fridays for future“ geht. Die Schwedin Greta Thunberg, die bekannteste Protagonistin dieser Bewegung,  sagt: „Unser Haus brennt.“ Das Haus Erde nämlich. Greta Thunberg streikt wegen der Klimakrise und weil die Erwachsenen zu wenig dagegen tun. Und sie will, dass wir Erwachsenen in Panik geraten. Die traut sich was. Und die streikenden Schüler, heute mit Treffpunkt am Mainzer Hauptbahnhof auch.

Eigentlich haben die streikenden Schüler recht, finde ich. Was sind ein paar unentschuldigte Fehltage in der Schule gegen eine verbaute Zukunft, weil der CO2-Ausstoß ganze Inseln und Länder quasi absaufen lässt, und es immer mehr furchtbare Unwetter und Dürren gibt! Papst Franziskus warnte schon vor vier Jahren in seiner Umweltenzyklika „Laudato si“: „Wenn die augenblickliche Tendenz anhält, könnte dieses Jahrhundert Zeuge nie dagewesener klimatischer Veränderungen und einer beispiellosen Zerstörung der Ökosysteme werden, mit schweren Folgen für uns alle. Der Anstieg des Meeresspiegels, zum Beispiel, kann Situationen von äußerstem Ernst schaffen, wenn man bedenkt, dass ein Viertel der Weltbevölkerung unmittelbar oder sehr nahe am Meer lebt und der größte Teil der Megastädte sich in Küstengebieten befindet.“ Greta Thunberg spricht von täglicher Angst, die auch die erwachsene Welt spüren soll.

Eines stört mich an Greta Thunberg. Sie redet von Panik und Angst. Und nicht von Hoffnung. Das Wort lehnt sie ab. Sie will  Taten statt Worte, und zwar jetzt.

Und wie reagieren die erwachsenen Verantwortungsträger? Erstmal mit Lob, sogar durch die Umweltministerin Svenja Schulze. Aber was tut sie konkret? Ich glaube zu wenig! Kann sich die Regierung gegen die Treibstofflobby durchsetzen?

Papst Franziskus appelliert in seinem Brief an alle Menschen guten Willens: „Wir Gläubigen dürfen nicht aufhören, Gott um das positive Vorankommen in den aktuellen Diskussionen zu bitten, damit die kommenden Generationen nicht unter den Konsequenzen fahrlässiger Verzögerungen leiden müssen.“

Ich bin gespannt, wieviel Druck diese Schülerdemos auslösen werden. Eigentlich müssten wir Eltern uns freinehmen, unseren Kindern eine Entschuldigung schreiben und jeden Freitag mit ihnen auf die Straße gehen! Und jeden Sonntag müsste in allen Kirchen kräftig für wirksamen Klimaschutz gebetet werden! Papst Franziskus macht das. Er betet am Ende seines Schreibens:

„Die Armen und die Erde flehen,
Herr, ergreife uns mit deiner Macht
und deinem Licht,
um alles Leben zu schützen,
um eine bessere Zukunft vorzubereiten.“
Amen!

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