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Familie tut gut
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Familie tut gut

Dr. Peter Kristen
Ein Beitrag von

Dr. Peter Kristen,

Evangelischer Pfarrer und Studienleiter, Religionspädagogisches Institut Darmstadt

„Familie, Erziehung und Wohlbefinden“, ist das Motto des diesjährigen Internationalen Tags der Familie. Die Vereinten Nationen erinnern daran: Es sind vor allem die Kinder, die Schutz, Unterstützung, Aufmerksamkeit und Anerkennung brauchen! Sie brauchen eine Familie, die gut tut, Erwachsene, die sie lieben und ins Leben begleiten.

Vater, Mutter, Kind, das fällt Vielen beim Stichwort Familie immer noch zuerst ein; aber das Bild von der gut-bürgerlichen Kleinfamilie ist längst ergänzt durch Patchwork-Familien, Regenbogenfamilien, manchmal auch Pflegefamilien oder die ganze Weltfamilie. Neu ist das nicht: Schon in der Bibel findet man unterschiedliche Familien von der Pflegefamilie bis zur Patchworkfamilie.

Auch die ersten Christen haben in unterschiedlichen Familienformen gelebt: Manche haben die üblichen Kleinfamilien aufgelöst und sich in Großfamilien partnerschaftlich Häuser und Äcker geteilt. Andere Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu haben sich von ihrer Herkunftsfamilie getrennt und ein Wanderleben geführt, ohne Heimat und Besitz. Der Apostel Paulus wünschte sich sogar, dass alle, wie er, ohne Familie leben.

Trotzdem: Familie tut gut und deshalb gehört heute für die meisten Jugendlichen – trotz aller Schwierigkeiten – eine Familie zum Lebensplan. Familie hat viele Gesichter. Es kommt vor allem darauf an, wie wir miteinander leben. Für mich ist Familie wo Menschen füreinander da sind, verbindlich und verlässlich, partnerschaftlich und verantwortungsvoll.

Ich denke heute einmal besonders an die Menschen, die für mich Familie sind: Ich hab’s da leicht, ich kann einfach ein Foto in unserem Treppenhaus betrachten. Das hat mir ein Freund zum 50.Geburtstag geschenkt. Fünfzig Leute hatte ich mir da eingeladen und die hat er alle zusammen ziemlich aufwendig abgelichtet: Meine Frau und Töchter, Eltern und Schwiegereltern, die Familie meiner Schwester, Nachbarn, Verwandte, Kolleginnen und Kollegen, Freunde, Männer, Frauen und Kinder, Jung und Alt.

Wenn ich das Foto anschaue, werde ich dankbar für alle, die mich haben erleben lassen, wie gut Familie tut. Und ich sehe die, für die ich da sein will, verbindlich und verlässlich, partnerschaftlich und verantwortungsvoll. Darum geht es.
 

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