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Palmsonntag
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Palmsonntag

Winfried Engel
Ein Beitrag von

Winfried Engel,

Ltd. Schulamtsdirektor i. K. i. R., Fulda
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Man kann es immer wieder erleben: Da schwebt jemand auf Wolke sieben, von allen gefeiert, offenbar auch geliebt, von den Medien gefragt – kurz: ein Star, ein Mensch, ohne den andere nicht leben können – so meint man jedenfalls. Und dann kommt auf einmal alles anders. Die Leistungen lassen nach, die Hoffnungen der Fans werden enttäuscht, und aus ist es mit dem Ruhm. Wo gestern noch jubelnde Fans standen, wartet heute niemand mehr. Und nicht selten werden solche Menschen auch noch von den Medien demontiert, die sie noch vor kurzem in den Himmel gehoben haben. Treffen kann das jeden, nicht nur Stars und Prominente. 

Ein gutes Beispiel aus der Welt des Religiösen ist dafür der heutige Palmsonntag. Die Bibel berichtet von dem triumphalen Einzug, den die Menschen Jesus von Nazareth damals in Jerusalem bereiteten. Sie rissen Zweige von den Büschen ab und jubelten ihm zu, legten sogar ihre Kleider auf den Boden, um damit ihre Hochachtung vor ihm auszudrücken. Und was kam dann? Nur wenige Tage später schlug der Jubel der Menschen in Hass um. „Ans Kreuz mit ihm!“, schrien sie, als der römische Statthalter Pilatus sie fragte, was er denn mit Jesus machen sollte. Und so kam es dann auch. Jesus starb am Kreuz, weil die Menschen ihn und in ihm den Mensch gewordenen Gott ablehnten. Nur Gutes hatte er getan, das Beste für die Menschen gewollt, und dann dieses. Doch der Tod am Kreuz war nicht das Ende. Untrennbar mit dem Kreuz verbunden ist die Auferstehung Jesu an Ostern. Auch wenn in den katholischen Gottesdiensten am heutigen Tag die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu von Nazareth verlesen wird, so geschieht dies doch aus der Gewissheit heraus, dass Gott seinen Sohn nicht im Tod gelassen, dass er ihn selbst in der tiefsten Not nicht verlassen hat. Eine Gewissheit, die jedem Menschen gilt, die Hoffnung für alle sein will. Gerade dann, wenn es im eigenen Leben ganz dunkel geworden ist. 
 

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