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Mit Leib und Seele
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Mit Leib und Seele

Rolf Müller
Ein Beitrag von

Rolf Müller,

Pastoralreferent Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Frankfurt
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„Der ist mit Leib und Seele Eisenbahner“, so hat mir vor kurzem eine Nachbarin von ihrem Mann erzählt. Ich hab sofort verstanden, was sie damit gemeint hat. Die Arbeit bei der Eisenbahn ist für ihn mehr als nur ein Beruf gewesen. Er hat mit der Bahn gelebt, gedacht und gefühlt; und das tut er im Ruhestand immer noch.

Ich tue das aus vollem Herzen

„Mit Leib und Seele etwas tun“ – das heißt für mich: Ich tue etwas, in dem ich voll drin aufgehe. So bin ich mit Leib und Seele Fußballfan, mit Leib und Seele Italienreisender, mit Leib und Seele Fastnachtsfreund. Wenn ich etwas mit Leib und Seele tue, dann tue ich das aus vollem Herzen, dann ist mir manchmal keine Arbeit dafür zu viel, da kann ich begeistert von erzählen. Wenn ich die Wörter „Leib und Seele“ verwende, dann meine ich: Ich bin ganz und gar bei etwas dabei.

Ihr ganz besonderes Leben

Morgen feiert die Katholische Kirche ein Fest, bei dem es um „Leib und Seele“ einer Frau geht. Gemeint ist Maria, die Mutter Jesu. Offiziell heißt dieses Fest: „Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel“, meistens wird es aber nur kurz „Mariä Himmelfahrt“ genannt. Worum geht es da? Die Kirche sagt: Maria ist an ihrem Lebensende sofort zu Gott gekommen, und das mit Leib und Seele. Grund dafür ist ihr ganz besonderes Leben. Das kann ich gut glauben. In der Bibel kann ich nachlesen, wie sich Maria mit Leib und Seele um diesen Jesus gekümmert hat. Unter schwierigsten Umständen hat sie zu ihrem Kind ja gesagt und es in einem armen Stall auf die Welt gebracht, hat ihn aufgezogen und ist auch bei ihm geblieben, wenn sie ihn mal nicht verstanden hat. Selbst bei der Kreuzigung war sie – anders als all die männlichen Freunde Jesu – bei Jesus dabei.

Die Hingabe, Liebe und Mühe waren nicht umsonst

Wenn Maria „mit Leib und Seele“ in den Himmel aufgenommen ist, dann heißt das für mich: Ihre ganze Hingabe, ihre Liebe und  ihre ganze Mühe waren nicht umsonst. Mit all dem ist sie jetzt bei Gott, glücklich und erlöst.

Ich glaube: Maria ist damit ein Beispiel dafür, wie es auch uns allen einmal ergehen soll. Einmal sollen wir mit allem, was zu uns gehört, mit allem, wo wir mit „Leib und Seele“ dabei waren, bei Gott sein – glücklich und erlöst. Ich wünsche Ihnen – und besonders auch den Hörerinnen und Hörern im nahen Bayern, die ja morgen einen Feiertag haben – ein schönen Mariä Himmelfahrtstag!

 

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