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Jetzt sind die Kinder dran
Bild: White77/Pixabay

Jetzt sind die Kinder dran

Jens Haupt
Ein Beitrag von

Jens Haupt,

Evangelischer landeskirchlicher Pfarrer, Kassel
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Wir müssen uns um die Kinder kümmern, gerade jetzt. Die haben schon genug Opfer für Corona gebracht, heißt es. Ja, kümmern müssen wir uns, um die 14 Millionen Kita-Kinder, Schülerinnen und Schüler, um Jugendliche und auch um die Studierenden. Das ist dran. Heranwachsen ohne Kontakte und das über ein Jahr ist nicht gesund. Und nicht vernünftig. Musste aber sein. Und hat ja auch geholfen.

"Genug Opfer gebracht"? Was ist das für eine Sprache?

Aber genug Opfer gebracht? Was ist das für eine Sprache? Opfer. Als ob man für Corona Opfer bringen müsste. Unter den Maßnahmen zur Corona-Bekämpfung zu leiden heißt nicht Opfer bringen. Und dann auch noch diese Bewertung: Genug Opfer.

Hat jemand zu wenig Opfer gebracht?

Wer hat denn zu wenig zur Pandemiebekämpfung beigetragen und sich eher bereichert…? Da fallen mir einige ein… Stopp: Vor lauter Bewerten und Vergleichen, wer mehr gelitten oder geopfert hat, vergessen wir, worum es wirklich geht: Solidarität.

Es geht um Solidarität

Millionen Mädchen und Jungen haben schon zwei Mal Geburtstag unter Corona-Bedingungen gehabt, aber nicht wirklich gefeiert. Schulkinder und Studierende haben sich mit Fernunterricht abfinden müssen. Warum gab es so wenig Phantasie für ihr Bedürfnis nach Bewegung und Räumen? Warum gibt es vor allem große Sorgen um die schulischen Leistungen und das Lernen und die Noten?

Wie sieht es in den Schulen aus nach den Ferien?

Und wenn sie dann wieder zurück in ihre Schulen und Unis gehen, gibt es immer noch heruntergekommene Toiletten, nur selten Luftfilter, Waschbecken ohne Warmwasser, marode Klassenzimmer und immer noch kein brauchbares Netz zum Arbeiten. Was unsere Kinder anbetrifft, hat unsere Regierung versagt“, meint der Theologe und Ethiker Peter Dabrock. Damit ist aber nicht nur die eine Regierung in Berlin gemeint. Es geht um unser gesellschaftliches Kümmern zum Wohl der Kinder und Jugendlichen. Und für die Jungen um die Umkehr der Solidarität! Jetzt.

Solidarisch sein und zwar jetzt

Denn bis hierhin waren sie solidarisch, haben kooperiert, nicht Opfer gebracht. Sie haben verzichtet sich zu treffen und ihre Lebensräume zu erobern.

Jesus hat für uns Erwachsenen eine klare Ansage gemacht: Passt auf, dass ihr nicht eines von diesen verachtet (Mt 18,10). Kurz und knapp. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollen erleben, was Achtung und Solidarität für sie bedeutet. Das erleben sie nur durch die Erwachsenen, durch uns, durch Sie und mich.

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