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Finderlohn
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Finderlohn

Dr. Elisabeth Krause-Vilmar
Ein Beitrag von

Dr. Elisabeth Krause-Vilmar,

Evangelische Pfarrerin, Bad Vilbel
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Manches kann man nur in Geschichten erzählen.

 

Der Schornstein meines Hauses wurde überprüft. Ich kam mit dem Techniker ins Gespräch.

Er erzählte mir eine Geschichte von seinem besten Freund Murat, die er nicht vergessen hat.

 

Murat war mit seinem Vater im Urlaub in der Türkei.

Da haben sie den Bruder von Murats Vater besucht.

Murats Onkel bat Murats Vater für ihn einen großen Geldbetrag in Deutschland anzulegen.

Das sei sicherer als in der Türkei.

Mit dem Geld in einer Herrenhandtasche fuhren Murat und sein Vater zurück nach Deutschland.

Doch zu Hause angekommen, war die Tasche mit dem Geld weg.

Sie mussten sie  in einer Autobahnraststätte liegengelassen haben.

Panisch fuhr Murat die Strecke zurück.

Dort angekommen war aber von der Herrenhandtasche nichts zu sehen.

Er fragte überall nach. Und er hatte Glück. Die Tasche wurde tatsächlich gefunden.

Sie war von einem Pfarrer aus Hamburg abgegeben worden.

Dieser hatte aber ausdrücklich mitgeteilt, dass er keinen Finderlohn möchte.

Murats Vater wollte das nicht annehmen und fuhr in den Gottesdienst des Hamburger Pfarrers.

Als der Klingelbeutel rumging, warf er einen außergewöhnlich großen Betrag rein.

Aus Dankbarkeit.

 

Mich berührt die Geschichte.

Sie ist fast zu schön, um wahr zu sein. Aber so hat sie sich ereignet.

Das hat mir der Techniker versichert.

Sie bleibt im Gedächtnis.

Sie zeigt mir, dass der Anstand und Mitgefühl in allen Religionen verbreitet ist.

Sie macht mir selbst Mut, anständig zu sein.

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