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Endlich wieder Reli!
Nenad Stojnev/GettyImages

Endlich wieder Reli!

Dr. Peter Kristen
Ein Beitrag von

Dr. Peter Kristen,

Evangelischer Pfarrer und Studienleiter, Religionspädagogisches Institut Darmstadt
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Heute beginnt die fünfte Schulwoche nach den Ferien. Einige müssen wegen Corona wieder zuhause bleiben, aber für die meisten kann das eine fast normale Schulwoche mit viel Präsenzunterricht werden. Abstand und Maske gehören dazu, klar. Aber da gibt es einen Rhythmus für jeden Tag und auch für die ganze Woche.

„Endlich wieder Reli“

„Endlich wieder Reli“ haben sich die gefreut, die Religionsunterricht wie eine Oase im Schulalltag erleben. Religion, das kleine Fach für die großen Fragen … ich finde, das ist gerade jetzt besonders wichtig.

Was hat sich für Schülerinnen und Schüler in der Pandemie verändert?

Eine Studie hat gezeigt, was sich für Schülerinnen und Schüler in der Zeit ohne Präsenzunterricht verändert hat. Kurz gesagt: Sie waren mehr alleine, vermissten ihre Freundinnen und Freunde, sie haben weniger gelernt, mehr gedaddelt und sie machen sich Sorgen. Weniger um sich selbst, viel mehr um die ganze Welt. Jedes fünfte Kind befürchtet, es werde nie wieder so sein wie vor der Pandemie.

Welche Zukunft hat die Welt? Wie frei sind wir eigentlich, wenn es immer noch Beschränkungen im Alltag gibt?  Die Pandemie hat auch andere Fragen hervorgebracht, die schon immer im Religionsunterricht zuhause waren:

Fragen, die schon immer im Religionsunterricht gestellt wurden

Wie kann man mit Angst und Einsamkeit umgehen? Geht trauern auch ohne Kontakt? Wo ist Gott, wenn Menschen Leid geschieht? Sind manche Menschen wertvoller als andere? All das sind offene Fragen, mit „richtig“ oder „falsch“ lassen sie sich nicht beantworten. Mehr als andere Fächer lebt Reli von Diskussion und Gespräch, von Gemeinschaft und Erfahrung, von Engagement und Persönlichkeit, da ist online nur eine Notlösung.

Online finden die Stillen plötzlich Worte

„Nicht nimmer“, wendet eine Kollegin ein. Sie sagt: Da gibt es auch die, die im Klassentrubel eher still sind und sich im Gespräch zurückhalten. Im Distanzunterricht, zu Hause, in ihrem eigenen Zimmer, finden sie dann plötzlich Worte. Schriftlich, im Chat zum Beispiel, bringen sie sich leichter in den Reliunterricht ein und lassen andere so an ihren Gedanken teilhaben.  

Reli geht auch digital

Gut, denke ich, dass auch in Reli digitaler Unterricht entwickelt wird. Viele Religionslehrerinnen und -lehrer haben sich längst auf den Weg gemacht, trotz all der technischen Schwierigkeiten und der Extramühe: Padlet, BigBlueButton, Videokonferenz.

Für sie gibt es jetzt eine Menge zu tun, damit Kinder und Jugendliche mit ihren großen Fragen nicht alleine bleiben, analog und digital. Ich sag dafür mal: Danke. Endlich wieder Reli!

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