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Der Tag, an dem meine Kindheit endete
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Der Tag, an dem meine Kindheit endete

Eugen Eckert
Ein Beitrag von

Eugen Eckert,

Evangelischer Stadionpfarrer in der Commerzbank-Arena und Referent der EKD für Kirche und Sport
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Im Sommer des Jahres 1963 war ich neun Jahre alt. Ich ging in die vierte Klasse einer Frankfurter Volksschule. Den Schulweg legte ich gemeinsam mit Freunden aus der Nachbarschaft zurück. Zum Entsetzen unserer Eltern führte uns dieser Weg jeden Tag an Trümmergrundstücken vorbei. Aus der Sicht von uns Kindern aber handelte es sich um einen atemberaubenden Abenteuerspielplatz, auf den wir durch undichte Stellen im Zaun gelangen konnten. Wir verloren uns in wahrscheinlich einsturzgefährdeten Kellern, in denen wir Koffer fanden. Deren Inhalt eröffnete uns fremde Welten. Von den Besitzern fehlte jede Spur. Für uns Kinder war das unglaublich spannend damals. Erschrocken sind wir nur, wenn wir wieder einmal die Stimmen unserer Eltern gehört haben. Auf der Suche nach uns waren sie ausgeschwärmt und riefen sorgenvoll unsere Namen.

Ich erinnere mich an den Sommer 1963 und die darauffolgenden Monate auch deshalb so gut, weil ich damals meine Kindheit abzulegen begann. Dabei waren es nicht die Spuren des Krieges, die diesen Prozess ausgelöst haben. Die Zerstörung des größten Teils der Frankfurter Innenstadt durch den Fliegerangriff vom 18. März 1944 und das Spielen auf Trümmergrundstücken gehörten noch zum großen Abenteuer meiner Kindheit. Denn noch war meine Welt zu klein, um das Entsetzliche des großen Ganzen verstehen zu können. Mein Leben begann sich zu verändern und mein Horizont zu weiten an dem Tag, als unsere Klassenlehrerin mit vierzig rot-weiß gestreiften Fähnchen in den Unterricht kam, die sie unter uns Kindern verteilte. Nun sahen wir auch, dass neben den rot-weißen Streifen ein blaues Feld voller weißer Sterne auf jedem Fähnchen abgebildet war. Unsere Lehrerin sagte:

„Kinder, das ist die Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika. Ich habe sie euch mitgebracht, weil Großes auf uns zukommt, Einzigartiges! Und wir alle sind eingeladen, dabei zu sein, Augenzeugen zu werden“. 

Klar waren unsere Neugier und Aufregung groß. Unsere Lehrerin erklärte uns zuerst die Bedeutung des Sternenbanners. Dann erzählte sie vom Ende des menschenverachtenden Hitlerregimes und vom Ende des Krieges. Das war erst durch die gemeinsame Anstrengung der alliierten Truppen möglich geworden. Den Amerikanern und den anderen Alliierten, so sagte unsere Lehrerin, verdanken wir unser Leben und unsere Freiheit. Sie hatte Tränen in den Augen. Und siekündigte  einen Besuch an. Der wohl mächtigste Mann der Erde werde nach Deutschland kommen – auch zu uns nach Frankfurt:

„Wir wollen ihm einen unvergesslichen Empfang bereiten. Wir werden ihm zeigen, wie dankbar wir sind. Er soll spüren, dass wir ihn verehren. Die ganze Stadt wird auf den Beinen sein. Und ihr, meine Klasse 4a, sollt das miterleben. Gemeinsam mit vielen anderen werden wir ihn erwarten. Und wenn er kommt, stehen wir in der ersten Reihe am Straßenrand. Dann schwenken wir unsere Fähnchen und rufen laut: ‚Hurra! Präsident Kennedy, hurra!‘“

Als Neunjähriger habe ich Anfang Juni 1963 zum ersten Mal den Namen des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gehört: John Fitzgerald Kennedy. Jahre später schrieb ein Journalist über ihn:

„Er war ein Hoffnungsträger unserer Generation, eine Lichtgestalt für Europa.“ (FAZ, 24.6.2003)

Ein Hoffnungsträger, eine Lichtgestalt! Ein Mensch, der für Freiheit steht. Ein Mensch, mit dem die Hoffnung auf eine bessere Zukunft einhergeht. Um ihn zu sehen, stand ich am 25. Juni 1963 mit meiner Klasse und unseren Fähnchen an der Mainuferstraße, als John F. Kennedy von 350.000 begeisterten Frankfurtern erwartet wurde.

Szenenwechsel. Knapp 2.000 Jahre früher kommt es zu einer erstaunlich vergleichbaren Situation. Alle vier Evangelien in der Bibel berichten vom Einzug Jesu in Jerusalem. Und der Evangelist Matthäus betont, dass es eine sehr große Menschenmenge ist, die Jesus von Nazareth erwartet, ihren Hoffnungsträger, ihre Lichtgestalt. Bereits seit Jahrhunderten erwarten Menschen im jüdischen Land die Ankunft des Messias. Rettung und Befreiung erhoffen sie sich von ihm. Mit Worten aus Psalm 24 hat sich jede Generation immer wieder auf sein Kommen eingestimmt:

„Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe!
Wer ist der König der Ehre? Es ist der Herr, stark und mächtig im Streit, der Herr, mächtig im Streit.“


Und nun also soll er kommen, dieser Rabbi, von dem erzählt wird, dass er Kranke heilt, Hungrige satt und Arme reich macht. Sogar Tote soll er wieder ins Leben gerufen haben. Das muss er doch sein, der längst erwartete Messias! Um sich seine Ankunft nicht entgehen zu lassen, stehen die Menschen in Scharen vor den Toren Jerusalems. Viele halten Palmzweige in den Händen. Und als er endlich kommt, winken sie ihm zu, pflastern den Weg mit ihren Kleidern und jubeln: „Hosianna. Hosianna dem Sohn Davids!“

Zwei Einzüge im Abstand von 2.000 Jahren. Ich stelle sie nebeneinander und vergleiche sie. Den Einzug Jesu in Jerusalem, Thema für den Palmsonntag, wie dieser Sonntag in den Kirchen heißt. Und meine Erinnerung an den Einzug des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy im Sommer 1963 in Frankfurt. Zwei Einzüge und die damit verbundenen Schicksale von zwei Männern, in die so Viele ihre Hoffnung gesetzt haben.

Musik: George Gerchwin,  Oh, Lady Be Good (New Art Saxophone Quartet)

Dass sich der amerikanische Präsident dem Herzen Frankfurts näherte, kündigte am 25. Juni 1963 zunächst eine große Motorradstaffel an. Polizisten in weißen Uniformen, die ein bisschen nach den himmlischen Heerscharen aussahen, bahnten dem offenen Mercedes-Cabrio und seinem Gefolge den Weg. Mit Absperrgittern, bewacht von Polizisten, wurde die Straße ohnehin freigehalten. Und dann kam sie, die Luxus-Limousine mit John F. Kennedy, diesem so sympathisch strahlenden und erstaunlich jung wirkenden Mann. Er trug einen Anzug mit Krawatte, stand im Wagen und winkte uns, der jubelnden Menge, zu. 

Ich könnte mir vorstellen, dass sich 2.000 Jahre zuvor die erwartungsvolle Menge auch über einen so triumphalen Einzug in Jerusalem gefreut hätte. Erwartet wurde der König der Ehren, mächtig im Streit! Mit ein paar Streitwagen mit Pferden hätte man doch zumindest rechnen können. Und dann diese Irritation: Jesus kommt, ganz ohne Korso. Er reitet auf einem Esel, den er sich noch dazu unter fragwürdigen Umständen organisiert hat. Und weil es für das Tier nicht einmal einen Sattel gibt, müssen die Freunde mit Kleidungsstücken auf dem Rücken des Esels für ein Minimum an Komfort sorgen. Hören Sie im Wortlaut, wie der Evangelist Matthäus vom Einzug Jesu in Jerusalem berichtet:

„Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus und sprach zu ihnen: ‚Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt, und gleich werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir. Und wenn jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer. Sogleich wird er sie euch überlassen‘. Das geschah, damit erfüllt würde, was gesagt ist durch den Propheten Sacharja“. (Mt 21, 1-4)

Keine Luxuslimousine. Erst recht kein Streitwagen für den voller Spannung Erwarteten. Im Gegenteil: Jesus setzt auf das Lasttier der kleinen Leute.
Menschen ohne Hintergrundwissen werden fassungslos gewesen sein und gelacht haben. Dieser „König“, unterwegs mit weniger als einer Pferdestärke, soll den römischen Machthabern die Stirn bieten? Aber auch bei den Frommen in der Menge werden Zweifel aufgekommen sein, ob dieser Eselreiter wirklich der sein kann, den die Propheten angekündigt haben. Immerhin wussten sie, was beim Propheten Sacharja zu lesen war:

„Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers. Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider darauf, und Jesus setzte sich darauf“. (Mt. 21, 5-7)

Der König, der kommt, trägt kein Zeichen weltlicher Macht. Er hat keine Krone auf dem Kopf und hält kein Zepter in den Händen. Es gibt auch kein Geschwader, das ihn eskortiert. Der König, der kommt, ist sanftmütig, so wie das Tier, das er reitet. Eines unserer bekanntesten Adventslieder beschreibt diesen König so:

„Er ist gerecht, ein Helfer wert; Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron ist Heiligkeit, sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End er bringt, derhalben jauchzt, mit Freuden singt: Gelobet sei mein Gott, mein Heiland groß von Tat“. (EG 1, Vers 2) 

Musik: Philip Glass, Satz 2, November 25 - Ichigaya, aus String Quartet No. 3 (Sonic.Art Saxophone Quartet)

Ich glaube, dass ich im Sommer 1963 auch den amerikanischen Präsidenten als sanftmütig erlebt habe. Nicht nur, weil seine Ausstrahlung so sympathisch war. Viel mehr, weil er bereits längst vor seinem Besuch in aller Munde war. In der Schule, im Kindergottesdienst, im Elternhaus wurde mit Erleichterung darüber gesprochen, dass sich die lähmende Angst des vorausgegangenen Herbstes in Wohlgefallen aufgelöst habe. Und ich begann zu verstehen, dass unsere Welt im Oktober 1962 kurz vor dem dritten Weltkrieg und dem Abgrund einer atomaren Katastrophe gestanden hatte. Kennedy hatte das mit diplomatischem Geschick abwenden können. Ein Redakteur der Frankfurter Rundschau erinnerte sich 50 Jahre später an die Zuspitzung des Konfliktes. Er schreibt in seinem Artikel :  

In den Gewässern um Kuba erwarteten die Amerikaner einen mit Raketen beladenen Frachter aus der Sowjetunion. Hätte er die Blockade um die Insel durchbrochen, wären Schüsse gefallen und ein Feuer ungeahnten Ausmaßes hätte Millionen Menschen auf der Erde verbrannt …. Mit einigen Kollegen warteten wir in jener Nacht auf die aktuellen Nachrichten aus dem Fernschreiber. Um fünf Uhr am Morgen kam die erlösende Nachricht: Der Frachter war auf Gegenkurs gegangen. Im Kreml hatte man die tödliche Gefahr im letzten Augenblick erkannt.“ (FR vom 22.11.13, Rainer Holbe)

Gegen den amerikanischen Generalstab und dessen Angriffsstrategie hatte sich John F. Kennedy gemeinsam mit seinem Bruder Robert durchsetzen können. Er war der sowjetischen Provokation während der Kubakrise mit diplomatischen Mitteln begegnet. So war er für die Menschen in Deutschland und ganz Europa zum Hoffnungsträger und zur Lichtgestalt geworden - und für mich zu einem bewundernswerten Vorbild.

Ein Vorbild, wie es in dieser Zeit auch Jesus für mich wurde. „Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig“, verheißt der Prophet Sacharja. Mein politisches Erwachen damals im Sommer 1963 ist eng mit diesem Wort „sanftmütig“ verbunden. Es bedeutet für mich: Ich kann mutig meinen Weg gehen, kann meine Positionen vertreten - und dabei zugleich sanft bleiben. Ich muss mich nicht durch schlechte Erfahrungen verhärten lassen. Im Blick nicht nur auf politische Auseinandersetzungen verstand ich damals: Ein wirksames Mittel, um Krisen zu überwinden, besteht darin, miteinander im Gespräch zu bleiben, zu verhandeln, auf Diplomatie zu setzen und nicht auf Attacke.

Es ist Jesus, der in der Bergpredigt gerade den Sanftmütigen Zukunft verheißt:

„Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.“ (Mt 5,5) 

Und es war John F. Kennedy, der in Berlin drei Tage nach seinem Besuch in Frankfurt eine Vision für eine zukunftsfähige Haltung bis hin zur Freiheit und zum Frieden für die ganze Welt entwickelte. Angesichts der Berliner Mauer rief er seiner Hörerschaft zu:

 „Sie leben auf einer verteidigten Insel der Freiheit. Aber ihr Leben ist mit dem Festland verbunden. Deshalb fordere ich Sie auf, den Blick über die Gefahren des Heute hinweg auf die Hoffnung des Morgen zu richten … auf den Vormarsch der Freiheit überall in der Welt, über die Mauer hinweg auf den Tag des Friedens mit Gerechtigkeit.“

Und wenige Augenblicke später fügte Kennedy jene Sätze hinzu, die uns allen damals die Tränen in die Augen trieben.

„Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt Berlin. Und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf sagen zu können: Ich bin ein Berliner.“

Musik: We shall overcome (Quartet LArry Goldings)

Für die Jüngerinnen und Anhänger Jesu  hat sich vor 2.000 Jahren mit dessen Einzug in Jerusalem die Verheißung des Propheten Sacharja erfüllt:

„Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel.“

Jesus kommt in Jerusalem an, jener Stadt mit dem Gottesberg Zion, der als Ort gilt, an dem der irdische und der himmlische Bereich ineinander übergehen. Jerusalem gilt als die Stadt Gottes schlechthin, als Gottes Residenz. (Odil Hannes Steck, Friedensvorstellungen im alten Jerusalem, Zürich 1972, S. 15) Und Jesus kommt, um Frieden zu bringen und von der Menschenfreundlichkeit Gottes zu erzählen.
Doch es dauert nicht lange, bis er, dem so viele Menschen folgen, mit seiner Mission auf Widerstand stößt. In den Augen der römischen Machthaber ist er ein messianischer Aufrührer, den man wirklich nicht gebrauchen kann. Und über die Amtshilfe jüdischer Behörden wird Jesus schon bald an ein römisches Gerichtsverfahren ausgeliefert, in dem er zum Tod am Kreuz verurteilt wird.

Szenenwechsel. Fünf Monate nach seinem Besuch in Frankfurt fällt John F. Kennedy am 22. November 1963 in Dallas einem Attentat zum Opfer. Zwei Gewehrkugeln, abgefeuert von einem Dach, töten den amerikanischen Hoffnungsträger für eine freie und friedliche Welt. Als sich die Nachricht verbreitet, werden überall in Europa Theater- und Kinoaufführungen unterbrochen. Viele Menschen weinen auf den Straßen. Ich gehöre dazu. An diesem Tag endet meine Kindheit. Ich werde erwachsen, entscheide mich sehr bewusst für die Nachfolge Jesu und zugleich für ein politisch engagiertes Leben.

Natürlich erinnere ich mich auch, dass ein Einzeltäter ermittelt wird, der wenig später selbst einem Attentat zum Opfer fällt. Die Hintergründe der Ermordung des amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy bleiben ein Rätsel. Die Mehrheit der amerikanischen Bevölkerung aber geht bis heute davon aus, dass er das Opfer einer Verschwörung wurde.

Musik: Gabriel Fauré, aus der Messe Basse

Mit dem Palmsonntag beginnt heute die Karwoche. Es folgen die Tage, an denen sich die Christenheit an den Leidensweg und das Sterben Jesu erinnert; an den Eselreiter, dem so Viele zugejubelt hatten, ehe sie sich von ihm abwandten. An den, der selbst im Verrat noch und auch in Verspottung und Folter der Sanftmütige blieb, bis zu seinem Tod am Kreuz. Diesen Weg bis hin ans Kreuz verstehen Christen als Zeichen der äußersten Hingabe an die Menschen, als Ausdruck grenzenloser Liebe und Zuwendung.

Mit dem Palmsonntag verbinde ich selbst aber auch die Frage, ob wir Menschen bereit sind, die Hoffnungsträger und Lichtgestalten in unseren Herzen auferstehen zu lassen und uns durch ihr Wirken anstecken und leiten zu lassen. Weil ich ihn mit eigenen Augen gesehen habe, denke ich an John F. Kennedy, diesen amerikanischen Präsidenten, der nicht auf militärische Gewalt, sondern auf Diplomatie und Dialog setzte und dessen Politik auf eine weltweite Verbundenheit in Freiheit zielte.

Und ich denke an den König ohne Zepter, ohne Krone und Eskorte. Wie würde ich, wie würden wir Jesus heute in unserer Stadt empfangen? Und ich weiß, ihn wirklich willkommen zu heißen, würde so viel mehr bedeuten als Palmzweige und Jubelrufe. Daran erinnert in der Bibel der Evangelist Matthäus wenige Seiten nach der Erzählung vom Einzug Jesu in Jerusalem. Im Gleichnis vom Weltgericht hält er fest, wie sich dieser sanftmütige König ganz parteilich mit den Armen und Kleingemachten dieser Erde identifiziert und denen dankt, die sich ihm solidarisch anschließen.

„Ich war hungrig, ihr gabt mir zu essen. Ich war durstig, ihr gabt mir Wasser. Ich war fremd, und ihr habt mich aufgenommen. Ich war nackt, ihr habt mich gekleidet. Ich war krank, und ihr habt mich gepflegt. Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen“. (Mt 25,35 ff BGS)

Über zwei Lichtgestalten habe ich an diesem Morgen nachgedacht. Beide, Jesus von Nazareth und John F. Kennedy, wurden für mich im Alter von neun Jahren, damals 1963, zu Vorbildern, die für Freiheit und Sanftmut stehen. Es verbindet sie, dass ihrem Auftreten und Wirken der Lebensfaden auch durch ihre Ermordung nicht abgeschnitten werden konnte. Und doch ist es nur einer, der sich radikal für die Schwachen stark macht und darin auch heute Orientierung bietet. Der, an den der Palmsonntag erinnert: Jesus, der König ohne Zepter und Krone, der sanftmütige Eselreiter.   

Musik: Kay Hohannson, Christus der uns selig macht

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