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Marcus C. Leitschuh
Ein Beitrag von

Marcus C. Leitschuh,

Katholischer Religionslehrer und Autor, Kassel
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Jetzt ist der Sommer bald vorbei, die Zeit der Ernte ist in vollem Gange. Mit der Ernte ist auch der Erntedank verbunden. Auch wenn der kalendarisch etwas später gefeiert wird, so ist es in diesen Tagen schon zu spüren: Die Bauern sind sehr froh, wenn die Felder Früchte tragen. Was mich zu einer grundsätzlichen Überlegung führt: Ich finde es nämlich wichtig, für die Ernte zu danken. Es ist nicht selbstverständlich, dass im Frühjahr Ausgesätes auch in der zweiten Jahreshälfte Frucht bringt. Gerade dieser Sommer hat uns eindrücklich bei Waldbränden und in Regionen mit vertrockneten Wiesen vor Augen geführt: Das Leben und Überleben ist für Menschen, Pflanzen und Tiere nicht selbstverständlich. Gerade in ländlichen Gebieten gehören deshalb Dankgottesdienste oft noch zur festen Tradition. Die Bauern bedanken sich bei Gott für Ernte und Schutz vor Unwetter. In Städten ist diese Tradition weitaus weniger verbreitet. Ein Grund ist, dass der Bezug zu den angebotenen Waren nicht so eng ist wie beim Landwirt. Und doch: Ich bin nicht nur für das frische Obst aus regionaler Ernte auf dem Wochenmarkt dankbar. Ich danke auch dafür gerne, dass wir Waren aus aller Welt geliefert bekommen und ein reichhaltiges Angebot in Supermärkten und Fachhandlungen vorrätig ist. Dass bei uns die Läden voll sind, daran haben wir uns gewöhnt. Doch das ist gar nicht selbstverständlich. Danken und nicht alles selbstverständlich nehmen darf man also nicht nur für die Möhre vom Bauern nebenan, sondern auch für all die Lebensmittel aus aller Welt. Für Gottes vielfältige Schöpfung zu danken – daran erinnern mich die Bauern und ihre Erntehelfer. Und sie sagen mir: Es gibt viel in dieser Welt, wofür ich danken kann. Daher muss ich das nicht nur am Erntedanktag Anfang Oktober tun. Sondern ich kann das heute, jetzt und überall. Bei den Menschen, die für mich da sind, mir helfen oder einfach nur ihre Waren verkaufen. Damit fange ich gleich an: Auch hier übers Radio – Danke!

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