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Christliches Daumendrücken

Christliches Daumendrücken

Alexandra Becker
Ein Beitrag von

Alexandra Becker,

Katholische Pastoralreferentin, Pfarrei St. Franziskus, Frankfurt
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Moderator/in: Das schriftliche Abitur in Hessen ist in vollem Gange. Heute wurden die Klausuren im Fach Französisch geschrieben. Viele Schulhöfe sind voll mit Plakaten von Familien, die ihren Kindern oder Geschwistern so zeigen, dass an sie gedacht wird. Gab es das schon, als du Abitur gemacht hast, Alexandra Becker von der katholischen Kirche?

Nein, das gab´s noch nicht. Ich kann mich nicht mal an einen Glücksbringer erinnern. Aber klar: Auch mir haben alle zu Hause die Daumen gedrückt. Und meine Mutter hat für mich manchmal eine Kerze angezündet, wenn ich eine schwierige Prüfung hatte. Und das ist auch nicht zu unterschätzen. Mir hilft das heute noch, wenn ich weiß, da denkt jemand an mich. Und da wünscht mir jemand das Allerbeste.

Ich kann mir vorstellen, dass das nervösen Eltern auch gut tut. So können sie auch irgendetwas tun. Hast du heute auch die Daumen gedrückt?

Ja, für die Abiturienten in meiner Familie hab ich auf meinem Schreibtisch eine Kerze brennen. Das hab ich per Whatsapp als Bild geschickt zusammen mit einem kurzen: „Ich denk an dich und ich bete für dich!“ Das ist ja eine Art christliches Daumendrücken. Das wird auch keine Wunder bewirken, aber es stärkt bestimmt das Selbstvertrauen. Das mache ich übrigens nicht nur für andere, sondern auch für mich. Wenn ich vor einer großen Aufgabe stehe, gibt´s ein Gebet. Das erinnert mich daran: Gott denkt auf jeden Fall an mich und drückt mir vielleicht sogar die Daumen. 

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