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Der Blick in den Rückspiegel…
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Der Blick in den Rückspiegel…

Verena Maria Kitz
Ein Beitrag von

Verena Maria Kitz,

Katholische Pastoralreferentin in St. Michael, Zentrum für Trauerseelsorge, Frankfurt

Als wir dieses Jahr aus den Sommerferien zurückgekommen sind, hatten wir gleich Ärger. An unserem Auto, das stand während der Ferien auf der Straße, war der Außenspiegel abgebrochen – natürlich der auf der Fahrerseite. Es hingen nur noch die traurigen Überreste an der Seite runter, das Spiegelglas war total kaputt.

Natürlich konnte das nicht am selben Tag repariert werden – und ja, ich gebe es zu, ich bin dann auch ein paar Mal gefahren, halt mit dem kaputten Spiegel. Da habe ich erst mal gemerkt, wie wichtig der ist. Mir war vorher gar nicht bewusst, wie oft ich beim Fahren in diesen Spiegel schaue.

Aber ich habe halt immer wieder in diesen traurigen Scherbensalat geschaut und war jedes Mal irritiert davon. Aber die Reparatur ging dann doch relativ schnell. Und jetzt bin ich jedes Mal richtig dankbar, dass ich ohne Probleme sehen kann, was da hinter mir los ist.

Ich will da jetzt nicht mit aller Gewalt etwas Symbolisches reinpressen. Aber in diesen paar Tagen ohne Außenspiegel, da habe ich schon darüber nachgedacht: Wie wichtig ist dieser Blick zurück! Der ist beim Autofahren wichtig, kann sogar lebenswichtig sein, weil ich ja sonst nicht sehe, was hinter mir los ist.

Aber diesen Blick zurück, den brauche ich auch sonst in meinem Leben: Ich muss immer wieder mal die Lage peilen: Was ist da „hinter“ mir, also in der letzten Zeit, losgewesen? Was holt mich sonst vielleicht von rückwärts ein, wenn ich es nicht im Blick habe?

Die blöde Antwort, die ich heute Morgen meiner Tochter zugeraunzt habe. Oder der vergessene Rückruf bei meiner Freundin: Die klang gar nicht gut am Telefon, als ich sie gestern abwürgen musste.

Wenn ich aber immer wieder mal zurück schaue, was hinter mir liegt, dann sehe ich so etwas. Und kann vermeiden, dass daraus ein großer Crash wird.

Wenn ich nachher in die Familienkutsche steige, werde ich den Außenspiegel besonders freundlich anschauen: Weil ich jetzt noch besser weiß, wie wichtig mir der Blick zurück ist: Damit ich gut ankommen kann, auf der Straße und auch sonst.

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